AMIGA-Magazin · Ausgabe 11/99 · Webserver: Apache 1.3.4

Aktuelles Heft 11/99

Neues vom Indianer

Seit einiger Zeit steht der Webserver »Apache« für den Amiga in Version 1.3.4 zur Verfügung. Ein Grund den weltweit meistbenutzten Webserver in der Amiga-Version zu installieren und auszuprobieren.

von Jörn-Erik Burkert

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Gleich vorab ­ grundlegende Änderungen und Erweiterungen hat der Apache-Webserver für den Amiga nicht erfahren. Einige Verbesserungen bei Stabili-tät und Lauffähigkeit sind hinzugekommen. Außerdem findet man nach dem Entpacken und der Installation neue nützliche Werkzeuge für die Serversicherheit.

Auch wie bei Version 1.3.3, gibt es beim Amiga-Apache auch wieder ein Installer-Skript, der die Daten in die richtigen Verzeichnisse schreibt. Dazu muß im Geek-Gadgets-Verzeichnis ein entsprechender Pfad usr/local/ apache/ existieren. Der Installer findet diesen automatisch und überschreibt vorhandene Dateien. Wer kein Backup vom alten Verzeichnis hat, braucht keine Sorge haben ­ die Konfigurationsdateien des Servers werden nicht verändert.

Nach der Installation der Files bearbeitet der Installer alle Dateirechte. Er setzt alle Besitzer- und Gruppen-Einträge auf den Webserver. Name und Gruppe für den HTTP-Daemon werden zuvor abgefragt. Diese müssen in »AmiTCP/Genesis« bzw. »Miami« definiert sein.

Nach der Installation kann man im Prinzip den Server gleich in Betrieb nehmen. Ein entsprechender Start-Skript hilft dabei. Bei Erstinstallation muß der Webmaster erst die Konfigurationsdateien bearbeiten.

Auf einem Amiga 4000 mit einem 060-Prozessor und 32 MByte RAM lief der Apache ohne Probleme. Die Seiten wurden konstant und schnell geliefert. Wenn die Autoren des Amiga-Ports 8 MByte Hauptspeicher angeben, dann ist das nicht falsch. So lange wie man nur HTML-Dokumente vom Server bekommen will reicht der Speicher von 8 MByte aus. Kommen aber CGI-Skripte in Perl dazu, muß man dem Amiga deutlich mehr RAM gönnen. Hier kann stand bei vielen Anfragen der Testrechner sehr schnell. Vor allem, wenn man sehr of auf Perl-basierende CGIs immer wieder aufruft, was bei einem Webserver keine Seltenheit ist. Hier bringt man auch einen hochgezüchteten Amiga schnell an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit.

Buchtip: Der Apache Webserver
Die Installation des Apache-Servers für den Amiga kann man recht bequem per Installer erledigen. Zur Konfiguration muß man per Texteditor die entsprechenden Dateien bearbeiten. Die Grundeinstellungen sind mit Hilfe der Kommentare in den Konfigurations-Dateien keine so große Hürde. Will man aber mehr ans Eingemachte und den Server richtig ausnutzen, kann man schnell ins Stolpern geraten. Mit »Der Apache Webserver« von Stephan Roßbach bekommt man viele Insider-Infos zum bliebten WWW-Server. Bevor es aber an die Details geht, beschäftigt sich der Autor erst einmal mit Hintergrund und Geschichte des Apache. Dann beschreibt er kurz die wichtigsten Internet-Protokolle und geht auf die Kosten für einen Server ein. In den weiteren Kapiteln des Buchs aus dem Addison-Wesley-Verlags wird die Installation, Konfiguration und die Anbindung ans Internet besprochen. Der Sicherheit und die Analyse des laufenden Systems wurden ebenfalls zwei Kapitel spendiert. Nicht vergessen wurde der Betrieb von Proxies, die CGI-Schnittstelle, Server-Side-Includes und die Bearbeitung von Java-Servlets. Im Anhang findet man ausführliche Informationen zu Toplevel-Domains, Sprachbezeichnungen usw.

Informationen:
Tephan Roßbach,
Der Apache Webserver,
Addison Wesley,
Martin-Kollar-Str. 10-12,
81829 München,
Tel: (089) 46 00 30,
Fax: (089) 46 00 31 00,
Preis: 69,90 Mark,
ISBN: 3-8273-1538-7

Neu in der Version 1.3.4. ist das Verzeichnis »Security«. Hier findet man Tools zum Thema Sicherheit. Im Moment beschränkt sich hier die Auswahl der Programme nur auf drei Lösungen. Hier soll aber in Zukunft mehr Content vorhanden sein. Sehr nützlich ist das kleine Programm »cgicheck«. Damit läßt sich der Server auf angreifbare CGI-Skripte prüfen. Mit fehlerhaften oder unsicheren CGIs kann man zwar nicht unbedingt Root-Rechte auf einem Server erlangen, aber hinterlistige Angreifer können dennoch für Ärger sorgen. Sogenannte Script-Kids manipluieren schnell per Skript gene- rierte Pages oder zerstören sie sogar.

Die anderen beiden Programme sind Perl-Skripte, mit denen man Wortlisten erzeugen bzw. Unix-Passwort-Dateien entschlüsseln kann.

Fazit:

Die neue Apache-Version für den Amiga ist stabil. Wer sich den Server neu auf die Festplatte schaufeln will, bekommt durch den Installer Schützenhilfe. Beim Update überschreibt der Installer die alten Daten, zerstört aber keine bestehenden Konfigurations-Files. Neue Funktionen findet man grundlegend nicht, aber einige hilfreiche AddOns. Wünschenswert für die nächsten Versionen wäre die Unterstützung von neuen Technologien ­ z.B. PHP oder Servlets. Dazu müßten aber entsprechende Portierungen der neuen Techniken auch den Weg auf den Amiga finden. Zwar ist mit Daytona eine Java-Engine für den Amiga in der Pipeline, aber bei PHP sieht es immer noch mau aus. n Informationen: WWW: http://www.xs4all.nl/~albertv/apache/


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Zuletzt aktualisiert am 9. Oktober 1999.