Wer kennt das nicht: Da hat man sich ein neues Programm installiert, und um es nutzen zu können, gilt es erst einmal, die Dokumentation zu studieren. Für viele ein abschreckender Gedanke. Es liegt einfach viel mehr in der Natur des Menschen, durch Erfahrungen klug zu werden, sprich, aus Fehlern zu lernen. Wie könnte man dies besser tun, als durch simples Ausprobieren. Begeben wir uns also auf die Reise in das Unbekannte. »Scalos« ist installiert, der Rechner neu gestartet, und auf den ersten Blick sieht eigentlich alles genauso aus wie immer...
Was fürs Auge
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Wenn es um Hintergrundmuster geht, bietet Scalos eine große Vielfalt an Konfigurationsmöglichkeiten. Hierzu wird zunächst in »Scalos Pattern« jedem Bild eine Zahl zwischen 1 und 300 zugewiesen. Dann legt man fest, welches Bild für das Hauptfenster, Verzeichnisse (wobei Scalos zwischen Verzeichnissen im Text- und Piktogrammmodus unterscheiden kann) oder den Bildschirm verwendet wird. Ausschlaggebend ist hier die entsprechende Zahl. So legt man z.B. fest, daß das Bild mit der Zahl »1« in allen Verzeichnisfenstern benutzt wird. Gibt es nun mehrere Bilder, die »vom Typ 1« sind, so kann man durch Aktivieren von «ständiger Zufall» Scalos veranlassen, bei jedem Öffnen eines Fensters sich aus der Liste ein beliebiges Bild zu wählen. In diesem Modus ist es zu empfehlen, auch »asynchrones Berechnen« zu aktivieren.
Tut man das nicht so wartet Scalos jedesmal bis ein Bild gefunden wurde mit dem Anzeigen des Inhalts der Schublade. Hat man viele Bilder zur Auswahl und die Wahl fällt nicht auf ein bereits geladenes Bild, kann das sehr störend sein. Wer noch mehr Einfluß möchte, der kann auch gezielt Bilder für einzelne Schubladen-Fenster angeben. Hierzu dient das Piktogrammmerkmal »SCALOS_PATTERNNO«. Möchte man z.B. das Fenster Workbench/Prefs mit einem Bild »Type 4« hinterlegen, trägt man in Prefs.info das Merkmal SCALOS_PATTERNNO=4 ein. Beim nächsten Öffnen wirkt die Änderung.
Selbst gemacht
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Zusammen kann man die beiden Merkmale z.B. sehr schön nutzen um sich eine Werkzeugleiste, wie man sie von »ToolManager« oder ähnlichen Programmen her kennt, selbst zu basteln. »NOTEXT« ermöglicht es, Piktogramme an den Rand des Bildschirms zu legen, da kein Text dies verhindert. Mit »NODRAG« geht man sicher, daß die Leiste auch an ihrem Platz bleibt (vor allem, wenn auch andere Personen den eignen Rechner mitbenutzen). Natürlich sollte man dieses Merkmal erst setzen, wenn das Piktogramm an seiner endgültigen Position ist. Praktisch sind diese Leisten besonders für Benutzer, die lieber durch einen Doppelklick ein Programm starten, als gleich beim ersten Mal. Mit dem kleinen Programm »Opendrawer« im Verzeichnis Scalos:Tools kann man sich auch Icons in die Leiste einbauen, die eigene Fenster öffnen. Und das, ohne dafür Schubladen auslagern zu müssen. Ein solches Werkzeug ist übrigens auch intern verfügbar. Unter dem Namen »Piktogrammfenster« kann es in »Scalos Menu« eingestellt werden. So lassen sich Menüpunkte erzeugen, die das Fenster einer Schublade öffnen. Man erspart sich so, bei größeren Gruppen von Dateien (wie z.B. den System-Voreinstellern) jedem Programm einen eigenen Eintrag zu spendieren.
Die Übersichtlichkeit wird dadurch natürlich erhöht. Und für alle, die auf Ihrem System von Zeit zu Zeit »CyberPatcher« laufen lassen wollen, noch ein kleiner Tip. Da Scalos beim normalen Start von CyberPatcher abstürzt, legen Sie sich einen extra Menüpunkt dafür an und starten sie ihn daraus. Wichtig ist, daß Sie »AmigaDOS« angeben. Dann läuft CyberPatcher auch mit Scalos, man muß ihn nicht immer aktiv haben und muß in der »User-Startup« nichts zu ändern.
Der Palettenverwaltung widmet Scalos einen eigenen Voreinsteller. Hier kann man Scalos so einstellen, daß es kleine Programme, wie den »MagicWB-Daemon«, ersetzt. Alle Farbstifte, die »fest« seien sollen, stellt man hier ein. Die ersten acht auf die Palette von MagicWB. Die nächsten kann man dann um die Farben der »RomIcons« ergänzen. Piktogramme mit nur 8 statt 256 Farben und auch MUI-Applikationen werden dann nicht mehr auf einer Workbench mit größerer Farbtiefe falsch dargestellt.
Die Module
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Je nach Geschmack kann man sich hier für die optisch ansprechenden, aber eher langsamen MUI-Versionen entschieden; oder man begnügt sich mit den schlichten aber dafür schnellen GadTools-Vertretern. Einen Kompromiß aus beidem stellen die Module mit ClassAct- Oberfläche dar. Interessant dürften diese vor allem sein, wenn man an das kommende OS3.5 denkt. Denn dort wird bekanntlich »ReAction«, eine Weiterentwicklung von ClassAct/BOOPSI, als Standard für die Oberfläche von Systemapplikationen zum Einsatz kommen.
Technisch unterscheiden sich die verschiedenen GUI-Versionen kaum. Lediglich besondere Eigenschaften, die das jeweilige GUI mit sich bringt, können die Bedienung etwas abweichen lassen. Praktische Neuerungen sind allen gemein. So können nun z.B. direkt Schubladen inklusive Unterverzeichnisse erzeugt werden. Hierzu muß man diese einfach nur in der Form »Schublade/UV1/UV2« angeben. Diese Funktion wird in der Anleitung leider nicht erwähnt. Die einzige Ausnahme, was den Funktionsumfang angeht, ist das »information.module«.
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Soviel zu den kleinen Denkanstößen für Scalos. Sicher könnte man hier noch einiges mehr schreiben, jedoch ist dieser Artikel nicht dafür gedacht, eine komplette Anleitung darzustellen. Vielmehr sollen eigene Ideen gefördert und der Forscherdrang gesteigert werden. Viel Spaß beim Ausprobieren!
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Zuletzt aktualisiert am 13. September 1999.