von Hartwig Tauber
Wir schreiben das Jahr 1984. Für die Homecomputer Atari400/800 kommt ein neues Spiel auf den Markt. Es trägt den Namen »BoulderDash« und zeichnet sich durch ein einfaches Spielkonzept aus. Der Held des Spieles, ein kleines Wesen namens Rockford muss eine bestimmte Anzahl an Edelsteinen einsammeln, bevor sich das Tor zum nächsten Level öffnet. Allerlei Hindernisse versperren dabei den Weg zum ersehnten Ausgang.
Ein wenig
Geschichte
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Ein klug gegrabener Tunnel, ein kleiner Schubs oder ein Schritt zur Seite genügen, um eine ganze Steinlawine auf die Monster loszulassen. Wer die richtige Spezies erwischt, wird damit belohnt, dass sich das Wesen in einen oder mehrere Diamanten verwandelt. Seine wahre Stärke offenbart das Spiel in der Kombination aus Geschicklichkeit und Strategie.
Denn viele Level lassen sich nur dadurch lösen, indem man den Weg durch die Steine so plant, dass der Rückweg nicht verbaut wird. Auch die Monster wollen oftmals geschickt in die Falle gelockt werden, um sich in wichtige Diamanten zu verwandeln. Schließlich sorgen auch durchlässige Mauern, die Steine in Diamanten verwandeln, für zusätzliche Abwechslung. Dumm nur, dass dabei auch die umgekehrte Verwandlung passiert, das heißt, es gilt genau zu planen, was man durch diese Mauern stürzen lässt und damit verwandelt.
Auf Grund des großen Erfolges von BoulderDash folgten sehr schnell Umsetzungen für den C64, den Amstrad CPC und allen anderen wichtigen 8-Bit-Computer. Schon bald wurde die Serie durch weitere Titel fortgesetzt. Eine Übersicht der Erfolgsgeschichte finden Sie im Kasten »Die Rockford-Story«. Für den Amiga gab es mit »Emerald Mine« zwar einen erstklassigen Clone, doch die erste Version des Originals wurde offiziell nie umgesetzt. Zwar gab es einige nette Freeware-Versuche, doch konnten diese die Qualität des Vorbildes nicht erreichen.
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Das Spiel selbst bietet zunächst echtes BoulderDash-Feeling. Die Grafik wurde ebenso übernommen wie der Sound. Trotz der größeren Auflösung, die der Amiga bieten würde, wurde auf eine Ausweitung des sichtbaren Level-Ausschnittes verzichtet. Somit können die Levels haargenau wie im Original gespielt werden. Selbst die nervösen Fuß-Tapser von Rockford, wenn dieser einige Zeit steht, sind als Animation übernommen worden.
Entsprechend groß ist die Freude, die das Spielen des Klassikers macht. Alte Veteranen werden sich sofort zu Hause fühlen und im Blindflug die ersten Levels durchspielen. Ob gewollt oder nicht, bei der Umsetzung ist sogar die manchmal etwas hakelige Steuerung erhalten geblieben, die daraus resultiert, dass die Figur immer nur feldweise bewegt werden kann. BoulderDäsh gibt sich äußerst bescheiden und systemkonform. So läuft das Spiel auch auf einem Ur-Amiga mit 68.000-Prozessor in der Originalgeschwindigkeit.
Moderne Geräte werden samt Grafik- und Soundkarte unterstützt. Sogar unter dem WinUAE-Emulator funktioniert das Spiel. Allerdings sollte man bei diesem die Sound-Emulation einschalten, da BoulderDäsh sonst teilweise beim Start abstürzt.
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Ein besonderer Leckerbissen ist der Level-Editor. Mit ihm kann der BoulderDash-Fan seine eigenen Herausforderungen erstellen. Alle Spielelemente stehen auf Mausklick zur Verfügung und lassen sich beliebig anordnen. Wer noch seine alten »BoulderDash Construction-Kit«-Dateien aus C64- oder Atari400/800-Zeiten aufbewahrt hat, kann diese sogar direkt in den Editor laden. Die Bedienung ist dabei äußerst einfach und nach kurzer Einarbeitung kann man sich voll auf das eigentliche Level-Design konzentrieren.
Echte Profis haben sogar die Möglichkeit, ihr eigenes Spiel aufzuzeichnen, um es später zu analysieren oder als Hilfestellung für andere Fans zur Verfügung zu stellen. Natürlich dürfen auch die Highscore-Listen nicht fehlen, in der sich die BoulderDash-Veteranen verewigen. Alle diese Zusatz-Features sind zwar schön, doch den wahren Reiz bezieht BoulderDäsh auch weiterhin auf Grund seines klassischen Spielprinzips. Und wer erst einmal (wieder) dem Rockford-Virus verfallen ist, kann sich nicht so schnell wieder losreißen.
Die Motivation, doch noch einen sicheren Weg durch ein Level zu finden, holt den Spieler immer wieder vor den Amiga. Und wenn die Nächte im Sommer kurz sind mit BoulderDäsh werden sie noch kürzer.
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lb
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Zuletzt aktualisiert am 25.8. 2003.