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No Limit
Spätestens beim Einrichten einer Festplatte mit
mehr als 4 GByte bekommt man erstmals die Grenzen
des AmigaOS serviert. Doch Platten dieser Größe
sind heutzutage für jeden erschwinglich und
deshalb nichts außergewöhnliches. Wir zeigen, wie
der Amiga zur Zeit mit den Gigabytes
zurechtkommt.
von Jessica Fischer
Eine
3,5-Zoll-Festplatte mit EIDE-Anschluß und rund
6,4 GByte Kapazität ist heute schon für weniger
als 400 Mark zu bekommen. Da das Betriebssystem
des Amigas jedoch nur Festplatten bis 4 GByte
verwalten kann, wollten wir wissen, wie sich eine
Festplatte mit mehr als 4 GByte Kapazität dennoch
ins System einbinden läßt.
Für unser Vorhaben
nutzten wir die Festplatte »MPC3064AT« von
»Fujitsu«. Mit einer Kapazität von rund 6,4 GByte
bietet sie für die nächste Zeit ausreichend
Platz. Wir haben sie am On-Board-EIDE-Anschluß
eines Amiga 4000 aus der Produktion von
»Commodore« angeschlossen. Dort wird sie als
einzige Platte betrieben. Die Einstellung der
Jumper erfolgte wie im beiliegenden Handbuch
beschrieben auf »Master«. Das Ziel soll sein,
eine Partition von rund 100 MByte für die
Workbench und eine weitere Partition mit der
restlichen Kapazität von etwas mehr als 6 GByte
einzurichten. Um nervend lange Boot-Zeiten und
ständige Diskettenwechsel zu umgehen, nutzten wir
eine Festplatte mit 420 MByte am separaten
»Buddha-Contoller« zum Booten. Der darauf
installierte Internet-Zugang erwies sich außerdem
als Vorteil. Fehlende Programme waren so schnell
beschafft.
Schwächen der HDToolBox
Nach dem
Einschalten des Amigas bootete dieser wie
gewohnt. Um die neue Festplatte für das
Amiga-System einzurichten, muß zuerst das
Programm »HDToolBox« gestartet werden. Es erkennt
nach kurzer Zeit die neue Festplatte und markiert
diese zunächst als »Unknown« unbekannt. Ein
Klick auf »Change Drive Type« öffnet ein weiteres
Fenster, in dem Sie den Schalter »Define New...«
anklicken. Ein weiteres Fenster erscheint am
Bildschirm. Die vorgegebenen Parameter
interessieren uns nicht. Klicken Sie auf »Read
Configuration«, um die Parameter unserer neuen
Festplatte automatisch zu übernehen. Alle
Parameter werden korrekt ausgelesen und in die
entsprechenden Felder eingetragen.
 |
| Suchen der Festplatte: Ohne Probleme
erkennt die HDToolBox nach kurzer Zeit, daß eine
Festplatte angeschlossen ist
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| Parameter: Erst nachdem der Schalter
»Read Configuration«angeklickt wird, stimmen die
Festplattenparameter
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An dieser
Stelle macht das Programm jedoch schon den ersten
Fehler. Die berechnete Kapazität ist ein Wert,
der mit negativem Vorzeichen behaftet ist. In
unserem Fall werden dann aus etwa 6,4 GByte
»-2052855 KByte« berechnet, was für die Praxis
absurd ist. Wird das Fenster mit »OK«
geschlossen und anschließend der Punkt »Partition
Drive« aufgerufen, kann man die Grenze der
möglichen maximalen Partition genau austesten.
Wird die Partitionsgrenze von 4096 MByte
überschritten, gibt das Programm die
Partitionsgröße wieder von 0 an. Aus unseren 6,4
GByte werden dann 2090 MByte. Die HDToolBox ist
demnach mit unserer Festplatte überfordert, so
daß eine andere Lösung gefunden werden mußte.
Hilfsprogramme und Patches
Glücklicherweise
wird das Betriebssystem auch für den Amiga
weiterentwickelt. Die Probleme, die der Amiga mit
der neuen Hardware hat, sind seit längerem
bekannt und werden zunächst Schritt für Schritt
mit Hilfsprogrammen und Patches behoben. Bleibt
zu hoffen, daß es nun doch bald ein
überarbeitetes Betriebssystem gibt und daß neuere
Boards ähnlich wie PC-Boards mit Flash-ROMs für
ein schnelles und unkompliziertes Update des
Betriebssystems bestückt sind.
Diese Programme brauchen Sie
|
| Bezeichnung | Quelle | Verwendugszweck |
| ffstd64.lha | http://www.elaborate-bytes.com | Update des |
| Aminet-Verzeichnis: »disc/misc« | »FastFileSystems« |
| SCSI_IDE43_23.lha | http://www.amiga.de | Update des »scsi.device« |
| Aminet-Verzeichnis: »util/sys« | |
| Format64.lha | Aminet-Verzeichnis: »disc/misc« | neuer Format-Befehl |
| hdinst.lha | http://www.elaborate-bytes.com | Ersatz für die |
| Aminet-Verzeichnis: »disc/misc« | »HDToolBox« |
|
Das neue scsi.device
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| Unglaubwürdig: Die Angabe derFestplattenkapazität ist mit negativen Vorzeichen behaftet und so nicht zu gebrauchen
|
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| Hürde: Ab 4096 MByte kommt für Commodores HDToolBox die erste Hürde und aus 6,4 MByte werden 2090 MByte
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Geräte am
On-Board-EIDE-Anschluß des Amiga werden mit dem
»scsi.device« angesprochen. Das noch aus
Commodore-Zeiten stammende Device ist allerdings
veraltet und muß zunächst auf die derzeit
aktuelle Version 43.23 »gepatcht« werden. Den
Patch »SCSI_IDE43_23.lha« finden Sie im Internet
auf der Seite http://www.amiga.de oder im
Aminet-Verzeichnis »util/sys«.
Entpacken Sie das
Verzeichnis »SCSI_IDE43_ 23.lha«.
Kopieren Sie
die Datei »LoadV43Module« und das für den
entsprechenden Amiga gültige Modul ins
Verzeichnis »C« der Bootpartition. Welches Modul
für welchen Amiga gilt, finden Sie in der
Anleitung zum Patch. Trotz englischer
Beschreibung ist die Zuordnung sehr leicht zu
finden. Für unseren Amiga ist das Modul
»a1000.ld.strip« das richtige.
Editieren Sie die
Datei »startup-sequence« im Verzeichnis »S«. Die
folgende Befehlszeile ist ein Beispiel und gilt
nur für unseren Amiga 4000. Sie wird als erste
Zeile, aber auf jeden Fall vor dem Befehl
»SetPatch« in der startup-sequence eingetippt.
C:loadV43module >NIL:
C:a1000.ld.strip REBOOT
Speichern Sie die Änderung und booten Sie den
Amiga neu.
Öffnen Sie eine Shell und geben Sie
ein:
Version scsi.device
Als Antwort muß nun
erscheinen:
scsi.device 43.23
Damit ist das
scsi.device auf den derzeit aktuellsten Stand.
Das aktuelle FastFileSystem
Nun wird das
»FastFileSystem« auf den neuesten Stand gebracht.
Aktuell ist derzeit die Version 44.1. Prüfen Sie
zunächst, welche Version Sie auf Ihrem Amiga
haben. Das geschieht beispielsweise mit dem
Befehl »Version« in einer Shell oder mit einem
DOS-Tool. Ohne das Update wird das entweder die
Version 40.1 oder 40.4 sein.
Sollten Sie eine
Version besitzen, die eine andere oder gar keine
Nummer anzeigt, kopieren Sie einfach die Datei
»FastFileSystem« aus dem Verzeichnis »L« der
Betriebssystemdiskette mit der Bezeichnung
»Install« ins Verzeichnis »L« der aktuellen
Bootpartition.
Die aktuellste Version des
»FastFileSystem« finden Sie ebenfalls im
Internet. Besorgen Sie sich das Verzeichnis
»ffstd64.lha« von der Homepage der Firma
»Elaborate Bytes« http://www.elaborate-bytes.com
oder aus dem Aminet-Verzeichnis »disk/misc«. Die
Installation geht so:
Entpacken Sie das Verzeichnis »ffstd64.lha«.
Öffnen Sie eine
Shell und wechseln Sie in die Schublade, in der
sich das entpackte Verzeichnis »ffstd64.lha«
befindet.
Wenn das alte »FastFileSystem« die
Versionsnummer 40.1 besitzt, lassen Sie diesen
Punkt aus und machen statt dessen bei Punkt 4
weiter. Geben Sie folgende Zeile ein:
spatch -ol:fastfilesystem_44_1 pfastfilesystem_40.4.patch l:fastfilesystem
Machen Sie jetzt bei Punkt 5 weiter.
Um die
Versionsnummer 40.1 zu patchen, geben Sie ein:
spatch -ol:fastfilesystem_44_1 pfastfilesystem_40.1.patch l:fastfilesystem
Im
Verzeichnis »L« der Bootpartition befindet sich
nun die Datei » fastfilesystem_44_1«. Sie können
der alten Datei im Verzeichnis »L« nun einen
anderen Namen geben oder sie löschen und die neue
Datei in »FastFileSystem« umbenennen.
Mit dieser
Aktion sollte laut Anleitung zusätzlich auch der
DOS-Befehl »Info« gepatcht werden. Das hat
allerdings bei uns nicht geklappt und wird sich
später auch negativ auswirken. Die
Festplattengröße wird dadurch weiterhin falsch
angezeigt, obwohl sie richtig verwaltet wird.
Über eine Lösung dieses Problems werden wir in
einer der nächsten Ausgaben berichten.
HDToolBox ade
Auch »Commodores« »HDToolBox« hat
ausgedient. Den Grund konnten Sie ja weiter oben
schon erkennen. Die neue Version heißt
»HDInstTools« und ist im Archiv »hdinst.lha« auf
der Homepage http://www.elaborate-bytes.com oder
im Aminet-Verzeichnis »disk/misc« zu finden.
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| Fehlerfrei: Sofort nach dem Start des Programms »HDInstTools« erkennt es die Festplatte mit der richtigen Kapazität
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| FileSystem: Die neue Datei »FastFileSystem« wird für die Festplatte per Mausklick gewählt und später gesichert
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| Partitionierung: Die gesamte Kapazität der Festplatte teilen wir in zwei Partitionen für Workbench und Work
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Entpacken Sie das Archiv und installieren Sie das
neue Festplatten-Tool in ein Verzeichnis Ihrer
Wahl. Wir empfehlen: »Sys:Tools/Commodities«. Der
Funktionsumfang dieses Tools steht der alten
»HDToolBox« in nichts nach. Zusätzlich enthält es
so gar noch eine Reihe weiterer nützlicher
Funktionen, die in der Anleitung ausführlich
erläutert sind. Einziger Wermutsropfen: Die
Beschreibung liegt leider nur in englischer
Sprache bei. Die Sprache der Bedienführung
dagegen kann eingestellt werden und ist in
deutscher Sprache verfügbar.
In den ToolTypes von
»HDInstTools« lassen sich einige Parameter
einstellen. Darunter auch das zu verwendende
Device. Falls kein Device vorgegeben wird, sucht
das Programm automatisch nach angeschlossenen
Geräten am »scsi.device«. Wenn Sie ein anderes
Device verwenden, tragen Sie zuerst die richtige
Bezeichnung ein.
Starten Sie das Programm
»HDInstTools«. Das vorgegebene Device in
unserem Fall das »scsi.device« wird auf
angeschlossene Geräte abgefragt und das Ergebnis
angezeigt.
Klicken Sie zunächst auf
»Dateisystem« und dann auf »Hinzufügen...«, um
das neue »FastFileSystem« auf dieser Platte zu
installieren. Ist bereits das alte
»FastFileSystem« installiert, klicken Sie auf den
Schalter »Erneuern...«. Wählen Sie im Requester
das neue »FastFileSystem« und übernehmen Sie es
mit Klick auf »Laden«.
Wählen Sie nun den Punkt
»Teilungen einrichten«, wenn die Platte in
mehrere Partitionen eingeteilt werden soll. Wir
haben unsere Festplatte in zwei Partitionen
eingeteilt. Die größere der beiden gibt das
Programm mit 6088 MByte an.
Nachdem alle Werte
Ihren Vorstellungen entsprechen, erscheint die
Oberfläche des Startfensters am Bildschirm.
Sichern Sie die Parameter mit Klick auf
»Änderungen auf Platte sichern«. Der Rechner muß
nun neu gebootet werden. Anschließend erscheint
für jede Partition ein Festplatten-Piktogramm auf
der Workbench.
Formatieren der neuen Festplatte
Im letzten
Schritt muß die Festplatte noch formatiert
werden. Statt des alten Format-Befehls des
AmigaOS erledigen Sie das mit dem Programm
»HDInstTools« im Punkt »DOS formatieren...«.
Alternativ gibt es einen neuen Format-Befehl
»Format64«. Das Programm ist im Aminet im
Verzeichnis »disk/misc« zu finden. Das Archiv
heißt »Format64.lha«. Wird der Befehl im CLI
verwendet, gelten die gleichen Optionen des
originalen Format-Befehls. »Format64« testet
allerdings vor Beginn der Formatierung, ob das
aktuelle »scsi.device« installiert ist. Findet es
das alte Device, funktioniert es genau wie der
alte Format-Befehl und unterstützt keine
Partitionen größer 4 GByte.
Fazit: Um eine
Festplatte mit mehr als 4 GByte im Amiga zu
installieren, erscheint der Aufwand sehr hoch.
Das Ergebnis war dennoch nicht 100prozentig
zufriedenstellend und zeigt wiederholt die
Dringlichkeit einer neuen Betriebssystem-Version.
Zwar wurde unsere Festplatte richtig eingerichtet
und formatiert, doch sämtliche DOS-Tools, List-,
Dir- und Info-Befehle zeigten jenseits der
4-GByte-Grenze falsche Werte für die
Festplattenkapazität. Ab hier muß man den
Füllstand selber ausrechnen. Um das zu umgehen,
bliebe nur die Einteilung in entsprechend vielen
Partitionen mit maximal 4 GByte je Partition.
lb
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Zuletzt aktualisiert am 4. Juni 1998