von Hartwig Tauber
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Wie bisher ist das Emulator-Paket »Amiga Forever« in drei Versionen erhältlich: Die »Value Edition« ersetzt ab sofort die bisherige Online-Version und beschränkt sich auf die Amiga-Emulation ohne weitere Extras. In der „Plus Edition“ wurden mehr als 500 MByte Spiele und Demos sowie diverse historische
Am unteren Ende des Fensters sind die Steuerungsschalter angebracht, die an die typischen Bedienelemente eines Medien Players erinnern. Die Play-Taste nimmt den größten Platz ein und dient zum Starten der jeweils ausgewählten Option. Im Falle der Spieleliste genügt es somit, den gewünschten Titel aus der Liste anzuklicken und mit Play die Emulation zu starten. Wie schon in den Vorversionen wird damit gleichzeitig die richtige Konfiguration des emulierten Amigas übernommen und der Anwender kann sofort losspielen. Für jedes Spiel werden nach dem Anklicken auch ein Vorschaubild und wichtige Informationen wie Erscheinungsdatum angezeigt, sodass man auch bei älteren Titeln schnell erkennen kann, um welches Genre es sich handelt. Die Spieleliste lässt sich nach vorgegebenen Kriterien wie Titel, Programmierer/Publisher oder Rating sortieren. Eine Suchfunktion erlaubt darüber hinaus auch die Stichwort-Suche nach bestimmten Titeln. Neben den Spielen bietet Amiga Forever noch weitere Funktionen, die sich per Karteireiter umschalten lassen. Dazu gehört unter »Demos« eine gut gelungene Selektion von Amiga-Demos (in der Plus- und Premium-Edition), die zeigen, was im »guten alten« Amiga bis heute steckt. Wie schon bei den Spielen genügt auch hier die Auswahl der Demo und ein Klick auf den Play-Schalter, um die Emulation zu starten. Besitzer der Plus- und Premium-Edition können zusätzlich auf Fotogalerien zugreifen, die historische Aufnahmen wie z.B. die Innenseite des Amiga 1000-Cover (mit Unterschriften) zeigen. Die Bedienung bleibt auch hier konsistent. Das Echte Amiga-Fans werden vorwiegend den System-Karteireiter aufrufen, der den Start der klassischen Workbench-Emulation ermöglicht. Hersteller Cloanto hat hier die Auswahl der vorkonfigurierten Systeme auf eine Workbench 1.x und 3.x reduziert, wodurch aber sowieso ein Großteil der Anwendungen abgedeckt ist. Bei diesen Emulationen hat sich im Vergleich zu den Vorgängern wenig verändert, womit das 3.x-System weiterhin eine sehr gut voreingestellte Amiga-Workbench mit allen notwendigen Tools und Daten enthält. Da die aktuelle Version von WinUAE zum Einsatz kommt, profitiert der Anwender automatisch von den vielen neuen Features wie z.B. einer stark verbesserten Fensterdarstellung samt Skalierung.
Zusätzliche Komfortfunktionen stellen die Sicherung von Systemzuständen und die Rücknahme von Datenträgerzugriffen dar. Besonders bei Spielen lernt man die Möglichkeit, den aktuellen Amiga-Status abzuspeichern, schnell zu schätzen. Selbst in Action-Klassikern, die noch keine speicherbaren Spielstände kannten, ist es auf diese Weise möglich, den Spielfortschritt jederzeit zu sichern. Das Wiederherstellen gelingt in erstaunlich kurzer Zeit. Die Rücknahme von Datenträgerzugriffen ist dagegen vor allem für Anwender interessant, die die Workbench nutzen. Beim Beenden der Emulation fragt Amiga Forever nach, ob die Schreibzugriffe während der Emulations-Session dauerhaft übernommen oder verworfen werden sollen. Im letzteren Fall werden alle emulierten Datenträger wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Dies stellt sicher, dass man bei jedem Emulatorstart immer denselben Status vorfindet. Auf den ersten Blick präsentiert sich das »Amiga Forever 2008«-Paket damit tatsächlich in völlig neuem, komfortablem Gewand. In der täglichen Arbeit fallen dennoch einige Ungereimtheiten auf, die man gerade von einem Paket, das sich an Retro-Spielefans richtet, nicht erwartet hätte. Dies beginnt bereits damit, dass Cloanto »Amiga Forever« mit einer instabilen Beta-Version von WinUAE ausliefert. Bei jedem Emulator-Start gibt es einen Hinweis, dass sich die verwendete Version noch im Test befindet und warnt vor instabilem Verhalten. Das ist einerseits lästig und fördert andererseits nicht gerade das Vertrauen in das Produkt. Zwar ist es verständlich, dass man bemüht ist, immer die aktuellste Version des Emulators zur Verfügung zu stellen, doch sollte dieser zumindest als stabiles Release vorliegen. Es ist jedoch zu erwarten, dass bei Verfügbarkeit eine aktualisierte Version über die integrierte Update-Funktion nachgeliefert wird. Kleinere Schnitzer gibt es auch bei der Konfiguration der mitgelieferten Spiele. Immer wieder passiert es, wie z.B. bei »KickOff `96«, dass nach einiger Ladezeit plötzlich die Aufforderung erscheint, die zweite Diskette in DF0: einzulegen, da bei der Vorkonfiguration vergessen wurde, ein zweites Diskettenlaufwerk zu integrieren. Profis holen sich das Konfigurationsfenster auf den Bildschirm und beginnen per Hand mit der Suche nach der zweiten Diskette. Dieses Unterfangen gibt man jedoch schnell auf, denn die Spiele sind in Verzeichnissen, die mit unverständlichen Nummern versehen sind. Eine Überraschung erlebt man auch beim Aufruf des Menüpunktes »Download«. Dabei erhält man nicht etwa komfortablen Zugriff auf ADF-Dateien aus dem Internet, sondern es wird einfach ein Browser-Fenster geöffnet. Da erscheint eine Informationsseite, welche beschreibt, wo es überall im Internet Amiga-Software zum Download gibt. Zwar ist diese um eine praktische Linkliste ergänzt, doch dann muss der User selbst auf den verschiedenen Seiten nach der gewünschten Software suchen. Wünschenswert wäre hier eine in Amiga Forever integrierte Datenbank, die nach Klick auf einen Spielenamen die notwendigen Disketten-Images von Cloanto-Partnerseiten direkt auf den Computer lädt und u.U. auch gleich in die Spieleliste des Emulators integriert. Fazit: »Amiga Forever 2008« stellt eine gute Weiterentwicklung des Amiga-Emulatorpaketes dar. Die neue Benutzeroberfläche richtet sich besonders an Einsteiger, die schnell Zugriff auf klassische Amiga-Spiele haben wollen, ohne sich langwierig mit der Emulatorkonfiguration befassen zu müssen. Allerdings steht Amiga Forever gerade hier starker Konkurrenz gegenüber, bietet doch z.B. die Amiga-Classix-Reihe ähnlichen Komfort für weniger Geld. Wer dagegen ein Emulator-Paket sucht, mit dem er komfortabel am emulierten Amiga arbeiten kann, findet in Amiga Forever – wie schon bei den Vorgängern – ein vollständiges Paket. lb Informationen: Cloanto,
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Zuletzt aktualisiert am 12.8. 2008.