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Bevor Sie mit der Arbeit am Bildschirmhintergrund beginnen, sind zunächst
einige wichtige Punkte zu beachten:
1. In welcher Auflösung wird das Bild benötigt?
2. Welches Seitenverhältnis soll das Bild haben?
3. Welche Grundfarben und Elemente sollen zum Einsatz kommen?
Die Auflösung bei der Produktion des Motivs sollte möglichst
groß sein. Empfehlenswert für die Arbeit ist eine Auflösung
von 1600x1200 Bildpunkten. Die wenigsten Computernutzer besitzen einen
Desktop mit dieser hohen Auflösung. Für kleinere Formate wird
das Ursprungsbild heruntergerechnet.
Beim Seitenverhältnis kommt es natürlich darauf an, welche
Auflösung man verwenden möchte und welcher Monitortyp zum Einsatz
kommt. Die meisten Amiga-Benutzer verwenden 4:3-Verhältnisse, also
Auflösungen wie 1024x768 oder 1280x960. Es gibt aber auch einige,
die eine Auflösung von 1280x1024 nutzen, also ein Verhältnis
von 4:3,2 oder einen 16:9-Bildschirm mit einer Auflösung von etwa
1366x768. Überlegen Sie sich davor für welchen Typ Sie das Hintergrundbild
gestalten. Das Seitenverhältnis des Bildes lässt sich im Nachhinein
ohne Verluste, wie Beschneidungen, hässliche Stauchungen oder Streckungen,
nicht mehr ändern.
Der
Hintergrund
Ein Hintergrundbild soll ja meistens nicht zu sehr ins Auge stechen, sondern
harmonisch und ausgeglichen auf den Benutzer wirken. Es ist deshalb wichtig,
dass der Hintergrund möglichst homogen gestaltet wird. Das bedeutet:
Möglichst keine unruhigen Elemente, rauhe Texturen, grelle und viele
bunte Farben verwenden.
Im Workshop soll ein Hintergrundbild für "AmigaOS 4" im
Aqua-Stil entstehen. Deshalb wird natürlich darauf geachtet, dass
die Farben zu den restlichen GUI-Elementen wie Fensterrahmen passen. Die
Wahl fällt deshalb auf die typischen hellen Blau- und Grautöne
der "AmigaOS 4"-Workbench. Nur diese Farben sollten Sie verwenden
und harmonisch verteilen.
Mit hervorstechenden grafischen Elementen sollte auch sparsam umgegangen
werden, um das Bild nicht unnötig zu überladen und wieder unruhig
werden zu lassen. Im Beispiel kommen als Elemente nur das Amiga-Logo,
der OS4-Schriftzug und der Amiga-Boingball zum Einsatz.
Für die Gestaltung des Wallpapers kommt das Bildbearbeitungsprogramm
"ArtEffect" zum Einsatz. Erzeugen Sie ein neues Dokument mit
der gewünschten Auflösung von 1600x1200 Bildpunkten. Die Hintergrund-Ebene
statten Sie mit einem weichen Farbverlauf aus. Wählen Sie das Werkzeug
"Füllen" (Eimer) aus und selektieren im Werkzeug-Einsteller
die Option "Verlauf". Im Verlaufsmodel-Einsteller geben Sie
"Linear" und "Vordergrund zu Hintergrund" an (s. "Blender").
Bevor Sie nun die Hintergrund-Ebene füllen, müssen noch die
Hintergrund- sowie Vordergrundfarben festgelegt werden. Als Vordergrund
kommt der dunkle Blauton (RGB 70-115-178) und als Hintergrund das helle
Blau (RGB 144-189-243) zum Einsatz. Nun füllen Sie das Bild, der
Farbverlauf sollte dabei von oben nach unten linear gerichtet sein (s.
"Hintergrund").
Weitere
Elemente und das Logo
Im folgenden Arbeitsschritt kümmern Sie sich um die weiteren Elemente
(u.a. Logo, Schriftzüge). Im Beispiel ist dies das AmigaOS-4-Logo
mit den zwei Schriftelementen "Amiga" und "OS 4.0".
Um die beiden Elemente getrennt zu behandeln, erzeugen Sie zwei neue Ebenen
mit den Bezeichnungen "Amiga" und "os4" und positionieren
mit dem Textwerkzeug den genannten Schriftzug auf die jeweilige Ebene.
Der Amiga-Schriftzug sollte dabei ungefähr so breit sein, wie der
OS4-Teil. Sie positionieren diesen später darüber.
Die Farbe der Schriftzüge ist egal, da diese im nächsten Schritt
mit einem Verlauf ausgestattet werden.
Aktivieren Sie die Ebene mit dem Schriftzug "OS4". Erzeugen
Sie eine Maske aus dem Schriftzug mit der Funktion "Aus Transparenz
erzeugen" im Hauptmenü "Maske". Danach löschen
Sie den Schriftzug aus der Maske und füllen diese mit denselben Verlaufsfarben,
die auch schon für den Hintergrund verwendet wurden, von oben nach
unten. Damit sich der Schriftzug trotz gleicher Farben aus dem Hintergrund
herausheben kann, fügen Sie ein Konturglühen zur Schrift hinzu.
Wählen Sie dazu den dunklen Blauton als Vordergrundfarbe und danach
den Filter "Shine" im Filtermenü "Stilisierungsfilter"
aus. Im Filter-Einsteller legen Sie als Shine "Outside", als
Pixelradius "15" und die Stärke "200" sowie die
Opacity (Deckkraft) auf 80 fest. Spielen Sie etwas mit den Einstellungen
herum, denn diese Einstellung muss nicht unbedingt perfekt zu Ihrem Schriftzug
passen. Positionieren Sie danach den Schriftzug im rechten unteren etwas
helleren Bildbereich.
Erstellen Sie den Amiga-Schriftzug analog - beim Farbverlauf verwenden
Sie Weiß als Transparent. Sie wählen dazu die Ebene "Amiga"
und erzeugen mit dem Menüpunkt "aus Transparenz erzeugen"
eine Maske und löschen die Farbe aus der Maske. Für den Farbverlauf
von Weiß nach Transparent müssen Sie sich einen eigenen Verlauf
mit dem Manager aufbauen. Dazu rufen Sie den Verlaufsmanager auf und erzeugen
über den Knopf "Neu", einen neuen Verlauf mit den Namen
"Maske mit Farbe". In dem neuen Verlauf stellen Sie für
den gesamten Farbbereich auf die Farbe Weiß, mit einem Rauhheitsgrad
von Null Prozent. Die Transparenz wird am Verlaufsstart auf Null Prozent
und am Ende auf 100 Prozent Deckungsgrad festgelegt (s. "Verlaufsmanager
1").
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Verlaufsmanager1:
Als Farbe (oben links) wird Weiß und als Option "Maske
mit Farbe" bestimmt. |
Verlaufsbogen1:
Die Richtung und die Verlaufsweite des ersten Kreiselements wird bestimmt.
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Verlaufsmanager2:
Die schwarzen Stifte stellen den transparenten Teil des Verlaufs dar.
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Verlaufsbogen2:
Mit Hilfe der Verlaufsmaske wird der Kreis im linken oberen Bereich
sanft ausgeblendet. |
Mit dem neu erzeugten Verlauf wird nun die Maske auf der Ebene "Amiga"
linear von unten nach oben gefüllt, damit am unteren Teil des Schriftzugs
ein Übergangseffekt zum Hintergrund entsteht. Positionieren Sie die
Amiga-Schrift bündig über den OS4-Teil.
Verlaufsbögen
Im nächsten Schritt fügen Sie die Verlaufsbögen als typische
Erkennungsmerkmale des Aqua-Stils ein. Diese geben dem Bild die gewisse
Dynamik, damit das Bild nicht langweilig wirkt. Für die Gestaltung
der Bögen benötigen Sie das Werkzeug "gefüllter Kreis"
und einen Verlauf über "Maske mit Farbe". Wählen Sie
dazu das Kreiswerkzeug und selektieren im Werkzeugeinsteller unter dem
Punkt "Verlauf" den im letzten Abschnitt erstellten Verlauf
aus. Mit dem Kreiswerkzeug fügen Sie Schritt für Schritt immer
mehrere Kreise ins Bild und bearbeiten diese. Dabei können die Kreiselemente
über die Bildschirmgrenzen herausragen.
Zeichnen Sie einen Kreis, wie in der Abbildung "Verlaufsbogen 1"
zu sehen ist. Danach geben Sie die Ausrichtung, Anfang und Ende für
die Verlaufsfüllung des Kreises an. Damit durch das Kreisgebilde
ein Bogen entsteht, müssen Sie die Transparenz irgendwo im Kreis
beginnen und außerhalb des Kreises mit der Farbe enden lassen (s.
"Verlaufsbogen 2"). Testen Sie selbst, mit welchem Winkel, Start
und Endpunkt und Verlaufsweite Sie die
besten Ergebnisse erzielen.
Versuchen Sie nun mehrere Bögen zu zeichnen und diese so anzuorden,
damit interessante Formen entstehen. Die Bögen können dabei
ruhig übereinanderliegen, sich schneiden oder sich wie eine Tangente
an eine andere schmiegen. Für die bessere Positionierung oder spätere
Modifikationen der Bögen, empfiehlt es sich jeden Bogen auf eine
eigene Ebene zu platzieren. Außerdem sollten Sie die Projekt-Datei
im ArtEffekt-Format mit den Ebenen sichern.
Scherenschnitt
Der Amiga-Boingball darf natürlich nicht in unserem Hintergrundbild
fehlen. Im Beispiel passt aber das kräftige Rot des Amiga-Symbols
nicht wirklich in das Bild. Deshalb fügen Sie den Boingball mit dem
Scherenschnittverfahren als Silhouette im Bild ein. Dabei kommt auf dem
Computer die gleiche Methode wie auch in der klassichen Anwendung mit
Papier zum Zuge. Der Scherenschnitt zeigt das Abbild des Schattenbildes
eines Objekts und besteht deshalb nur aus einem Farbton.
In unserem Beispiel soll beim Boingball natürlich neben der Umrandung
auch die Karo-Umrisse dargestellt werden. Dazu benötigen Sie als
erstes eine Boingball-Grafik in möglichst hoher Auflösung. Suchen
Sie im Internet nach einer passenden Grafik oder zeichnen Sie in "ArtEffect"
Ihr eigenes Boingball-Motiv.
Laden Sie das Ball-Image in ArtEffect ein und wenden Sie den Filter "Schwellwert",
bis nur noch die roten Karos als schwarze Flächen zu sehen sind (s.
"Amiga-Ball"). Skalieren Sie nun den Boingball soweit herunter
bis eine geeignete Größe für Ihr Bild erreicht ist. Ein
positiver Nebeneffekt: Die durch den Schwellwert-Filter entstandenen Kanten
werden beim Skalieren ein wenig geglättet. Drehen Sie danach den
Boingball um ca. 15 Grad nach rechts und maskieren den schwarzen Bereich
über die Funktion "Farbselektion" im Menü "Maske"
aus. Als nächstes wandeln Sie das Bild in einen Pinsel um und positionieren
diesen auf die neu erzeugte Ebene "Ball". Erstellen Sie wie
schon bei den Schriftzügen eine Maske von der Grafik und löschen
nachher die Grafik von der Ebene. Die Maske des Boingballs füllen
Sie jetzt wieder mit dem Farbverlauf "Maske mit Farbe".
Verwenden Sie zum Füllen das Rechteckwerkzeug, anstatt des Fülleimers,
um alle Boingballkammern auf einmal zu erfassen. Als Verlaufsrichtung
geben sie für den Weißanteil die linke obere Ecke des Balls
und für den Transparenzteil die rechte untere an. Zum Schluss positionieren
Sie den Boingball noch über die Verschiebefunktion der Ebene in den
etwas dunkleren linken oberen Bereich des Bildes.
Umfärben
Zu guter Letzt gibt es noch einen Tipp, wie Sie das Hintergrundbild bei
Bedarf sehr leicht an einen anderen Farbton anpassen können. Hierzu
benötigen Sie den Filter "Farbraumjustierung". Dieses Werkzeug
finden Sie im Filter-Menü unter "Farbfilter". Öffnen
Sie die Projektdatei im ArtEffect-Format. Wählen Sie die Hintergrund-Ebene
aus und öffnen dann den Filter.
Im Einsteller des Filters gibt es die drei Regler: Farbton, Helligkeit
und Sättigung. Sie benutzen nur den Regler "Farbton", da
die Helligkeit sowie die Sättigung beibehalten werden soll. Nach
der Betätigung des Farbreglers sollte im Vorschaufenster zu sehen
sein, dass sich der Farbton des gesamten Hintergrunds verändert.
Sobald Sie sich für eine Farbe entschieden haben, wenden Sie diese
über den Knopf "Ausführen" auf die Ebene an. Anschließend
passen Sie die Ebene mit dem OS4-Schriftzug analog an. Verändern
Sie bei Bedarf die Deckkraft der Ebenen mit den Kreiselementen oder testen
Sie verschiedene Ebenen-Modi.
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