Das manuelle Umbenennen vieler Dateien kann zu einer sehr aufwändigen
Angelegenheit werden. Selbst dann, wenn Sie in »Directory Opus Magellan
II« mit der mittleren Maustaste in einen Textlister klicken und dann einfach
die neuen Namen an Ort und Stelle eingeben.
Dabei sind es doch oft kleine Aufgaben, die sich leicht automatisieren lassen:
Hier soll eine Dateinamenserweiterung geändert werden, dort alle Dateinamen
in Kleinbuchstaben gewandelt werden oder alle Namen auf eine bestimmte Länge
gekürzt werden.
Sie können sich nun ein ARexx-Skript schreiben. Das ist sicherlich eine
gute Übung, wenn Sie ARexx erlernen wollen. Oder aber Sie nutzen eines
der bereits fertig programmierten Tools. Diese arbeiten zudem mit einer höheren
Geschwindigkeit, da sie in einer kompilierten Sprache programmiert sind.
GUI, Shell
oder etwa beides?
|
Welches Tool nutzen? Dieser Workshop beschreibt diese beiden Tools und auch noch ein paar kleinere Tools und gibt weitere Tipps, so dass Sie dann einfach je nach konkreten Anwendungsfall die für Sie optimale Lösung leicht selbst finden können! Im ersten Teil des Workshops geht es um MultiRen. Alles weitere folgt im nächsten Teil.
Rename mit
Undo-Funktion
Sie haben 1000 Bilddateien umbenannt, das Ergebnis ist nicht so wie Sie wünschen
und die Sicherheitskopie ist wieder mal zu alt? Mit MultiRen wäre Ihnen
das nicht so leicht passiert: MultiRen zeigt stets eine Liste mit den alten
und den neuen Dateinamen an (s. »Rename mit Undo«).
Alle Änderungen finden zunächst nur in dieser Liste statt. Es gibt
nur drei Schalter alle in der grafischen Oberfläche mit fettgedruckter
Beschriftung hervorgehoben die etwas an den Informationen zu den Dateien
auf der Festplatte ändern: So benennt MultiRen erst dann alle Dateien um,
wenn Sie auf den »Rename«-Schalter klicken. Zudem macht »Undo
Rename« eine versehentliche Umbenenn-Aktion einfach wieder rückgängig.
Es ist dennoch sinnvoll, im Zweifelsfall eine Sicherheitskopie anzulegen! »Set
Comments« erlaubt es auf einfache Weise die Kommentare der Dateien zu
ändern.
Die Liste ist bei Programmstart zunächst einmal leer. Am einfachsten können
Sie sie füllen, indem Sie MultiRen direkt auf dem Workbench-Bildschirm
laufen lassen und dann die gewünschten Dateien und/ oder Schubladen einfach
in das MultiRen-Fenster hinüberziehen und dort fallen lassen. Dabei können
Schubladen einfach nur als Eintrag hinzugefügt werden oder aber MultiRen
liest deren Inhalt optional inklusive des Inhalts aller Unterschubladen ein.
Zudem können Sie eine Textdatei mit Dateinamen in die Liste importieren.
Sie können Listen speichern, wieder einladen und als Textdatei exportieren,
um Sie in einem anderen Programm weiterzuverwenden, z.B. als Abspielliste für
ein Musik-Abspielprogramm.
|
In der Liste selbst können Sie nun einfach einzelne Einträge manuell
umbenennen. Praktischerweise können Sie damit direkt im Texteingabefeld
die Cursor-Hoch- und Cursor-Runter-Taste verwenden, um zum nächsten bzw.
vorhergehenden Eintrag zu springen. Dadurch können Sie mehrere Dateien
komfortabel in einem Rutsch manuell umbenennen. Ein Feature, wie es »Directory
Opus Magellan II« auch in seinen Textlistern bietet. Sie können es
je nach Einstellung in »Umgebung/Listeroptionen« bei »Direkteditierung«
entweder mit dem linken Mausknopf, dem mittleren Mausknopf oder dem linken und
dem mittleren Mausknopf aktivieren. Es erscheint dann direkt ein Cursor an der
angeklickten Stelle im Verzeichnislisting (s. »Umbenennen mit Opus«).
Neben Dateinamen können Sie so auch Kommentare, Schutzbits oder das Datum
ändern.
Die ersten vier Spalten in der Liste zeigen den Status des aktuellen Eintrags
an. In der ersten Spalte steht entweder ein »E« für aktive
Einträge (Enabled) und ein »D« für inaktive Einträge
(Disabled). Inaktive Einträge werden beim Umbenennen nicht berücksichtigt.
Ein »C« in der zweiten Spalte markiert geänderte Einträge
(Changed). Nach einer Umbenenn-Aktion markiert ein »R« in der dritten
Spalte ein erfolgreiches Umbenennen der Datei (Rename), ein »F«
einen Fehler (Failure). Die vierte Spalte bezieht sich auf Dateikommentare:
»c« markiert Dateien mit einem ungeänderten Kommentar, »C«
markiert Dateien mit einem geänderten Kommentar, »F« markiert
Fehler beim Ändern eines Dateikommentars. Solche liebevollen Details sind
im gesamten Programm verteilt. Für erkundungswillige Umbenenn-Experten
gibt es also Einiges zu entdecken.
Hilfsmittel
und Plugins erweitern das Tool
Natürlich beschränkt sich MultiRen nicht nur auf das manuelle Umbenennen
von Dateien. Mit Hilfe von sieben Tools, von denen eines externe Plugins unterstützt,
bietet MultiRen eine Vielzahl an unterschiedlichen Funktionen zum automatischen
Umbenennen von Dateien: »Sort« bietet Optionen zum Sortieren der
Liste, »FileCleaner« erlaubt es unerwünschte Zeichen aus Dateinamen
zu entfernen, »Adaptor« passt die Länge von Dateinamen an,
»Extension Editor« verwaltet Dateinamensendungen oder -präfixe,
»Numberer« nummeriert Dateien durch, »Renplacer« erlaubt
das Umbenennen vieler Dateien mit AmigaDOS-Mustern und Plugins, und »File
Comment« ist für Dateikommentare zuständig.
Dieser Workshop geht nicht auf alle Möglichkeiten von MultiRen ein, sondern
gibt ein paar Beispiele. Anhand dieser Muster können Sie die Aktionen auf
eigene Bedürfnisse anpassen.
Wer viel mit Bildern zu tun hat, möchte mitunter auch mal alle Bilder in
einer Schublade einheitlich benennen: Hier als Beispiel nun das Umbenennen einiger
Hintergrundbilder für die Workbench.
Vor dem Umbenennen kann man die Liste noch alphanumerisch sortieren lassen:
Das ist besonders praktisch, wenn Sie eine vorhandene Bildserie einfach nur
neu durchnummerieren wollen und die Reihenfolge der bereits nummerierten Bilder
erhalten bleiben soll.
Klicken Sie dazu auf den Schalter »Tools«, und wählen Sie dann
das »Sort«-Tool aus (s. »Einfach sortieren«).
Ein einfacher Klick auf »Sort by.../Old name« sortiert alle Einträge
der Liste nach ihrem alten Dateinamen durch. Sie können Dateien auch nach
ihrem neuen Namen, ihrem Kommentar oder ihrem Status wie »Enabled«,
»Changed«, »Renamed« und »Failed« sortieren
lassen. Leider scheint es nicht möglich zu sein, die Dateien nach ihrem
Datum zu sortieren.
|
Mit »Numberer«-Tool können Sie nun die Dateien mit einem neuen
Basisnamen durchnummerieren lassen (s. »Einheitlich nummeriert«).
In diesem Beispiel geben Sie einen Basisnamen (Base filename) mit Dateinamenserweiterung
an. Als Trennzeichen (Separator) zwischen Dateinamen und Nummer dient ein Bindestrich.
Zudem können Sie die Anzahl der Ziffern (Max # of digits) sowie die Startnummer
(Start at number) angeben. Hier sind drei Ziffern angegeben, da es sich um mehr
als Hundert aber weniger als Tausend Dateien handelt. Die Anzahl der Einträge
sehen Sie im Fenstertitel des Hauptfensters.
Statt einen neuen Basisnamen mit Erweiterung zu bestimmen (Use basename), können
Sie auch die vorhandenen Dateinamen erwenden. Leider wird jedoch in diesem Fall
eine evtl. bereits vorhandene Nummerierung nicht ersetzt: Die neuen Nummern
werden einfach an die Alten angehängt. Interessant wäre auch die Möglichkeit,
dem Dateinamen das aktuelle Dateidatum hinzuzufügen. Ein Plugin für
»Renplacer« könnte jedoch auch diese Aufgabe erledigen.
Während des Schreibens des Artikels hat Daniel Westerberg nach unserem
Feedback bereits die neue Version 1.49 von MultiRen erstellt, die nun einige
Erweiterungen im »Numberer«-Tool enthält. So lässt sich
nun ein Trennzeichen zwischen Namen und Dateinamen nachträglich hinzufügen
oder ändern.
Mit »Add numberserie« im »Numberer«-Fenster nummerieren
Sie alle Einträge der Liste neu durch. In der Spalte »New name«
im Hauptfenster bekommen Sie dann das Ergebnis angezeigt. Entspricht es Ihren
Wünschen, so können Sie mit »Rename« alle Dateien umbenennen
lassen (s. »134 Dateien auf einmal«).
Ein anderes praktisches Tool von MultiRen ist der »Renplacer«, bei
dem Sie via Mustererkennung Dateien umbenennen oder einfach nur bestimmte Teile
des Dateinamens ersetzen können (s. »Renplacer«).
Wenn Sie einfach nur in jedem Dateinamen ein bestimmtes Wort durch ein anderes
Wort ersetzen wollen, nutzen Sie die »Replace«-Funktion. Sie geben
eine Quelle (»Source«) und ein »Ziel« an. Als Quelle
verwenden Sie den alten Dateinamen (»Old name«). Sie könnten
jedoch als Quelle auch den neuen Dateinamen, den Pfad zur Datei oder den Kommentar
angeben. Als Ziel (»Target«) geben Sie den neuen Dateinamen (»New
name«) an. Sie könnten auch »Comment« angeben. In diesem
Fall würde Renplacer das Ergebnis der Ersetz-Aktion in den Dateikommentar
schreiben. Jetzt geben Sie in dem Texteingabefeld bei »Source« einfach
nur das Wort an, das sie ersetzen wollen und in »Target« das Wort,
durch das es ersetzt werden soll. Ein Klick auf »Replace« erledigt
dann den Rest. Im Hauptfenster können Sie das Ergebnis bewundern und gegebenenfalls
das Umbenennen starten.
Sie können jedoch auch Muster zum Umbenennen von Dateien verwenden. Das
läuft ein wenig anders als bei AmigaDOS. Es gibt die beiden Platzhalter
»*« für keins oder beliebig viele Zeichen und den Platzhalter
»?« für ein Zeichen. Mal angenommen, Sie haben ein paar tolle
Bilder:
Tolles Bild1.ilbm
Tolles Bild2.ilbm
usw.
Nun finden Sie aber, dass die Bilder eigentlich alle »genial« und
nicht »toll« sind. Nichts leichter als das: Als Quelle »Tolles
*.ilbm« angeben, als Ziel »Geniales *.ilbm«, auf »Rename«
klicken und ab geht die Post. Wenn Sie als Ziel stattdessen »Geniales
?.ilbm« angeben, wird nur der erste Buchstabe des Textes, den das Quellmuster
erkannt hat, verwendet: »Tolles B.ilbm« wäre für alle
Dateien das Ergebnis. Leider ergibt »???« dann nicht drei aufeinanderfolgende
Buchstaben des Quellmusters, sondern dreimal den ersten Buchstaben, also »BBB«.
Netterweise können Sie das Ganze aber auch mit mehreren Mustern machen.
Mal angenommen Sie haben ein paar MP3-Dateien, deren Namen das gleiche Muster
haben. Die Dateien könnten wie folgt lauten:
Tolles Lied - Grosser Popstar.mp3
Noch tolleres Lied - Singsangsong.mp3
Also zuerst kommt der Titel des Lieds und dann der Name des Musikers bzw. der
Gruppe. Jetzt hätten Sie das aber gerne umgekehrt. Auch das ist mit einem
Muster sehr leicht: Als Quelle einfach »*1 - *2.mp3« angeben, als
Ziel »*2 - *1.mp3« und dann auf »Rename« klicken. Die
»1« oder »2« nach dem »*«-Zeichen sind dabei
Indexe, die verschiedene Muster bezeichnen. Es könnte sich dabei auch um
einen beliebigen Buchstaben handeln.
Doch damit nicht genug, es gibt zu Renplacer auch noch Plugins (s. »Plugins«).
Mit deren Hilfe können Sie aus 8SVX-Samples, MP3-Dateien und Bildern Informationen
herausziehen, die Sie dann zum Benennen Ihrer Dateien verwenden können.
|
|
|
MP3-Dateien beispielsweise haben einen ID-Tag, der Informationen über
den Künstler, das Album, das Erscheinungsjahr usw. enthalten kann. Diese
Angaben können Sie z.B. mit dem Player »Amplifier« anschauen
und editieren. Dazu müssen Sie im Programm in der Abspielliste auf »Misc
Opts« klicken und dann »File Inf« auswählen (s. »Bekannt«).
Mit anderen Playern funktioniert das ähnlich.
Im Plugin-Fenster von Renplacer (s. »Plugins«) werden
alle Plugins aufgelistet. Wichtig ist die Angabe bei Index, die angibt, unter
welchem Buchstaben man die entsprechende Informationen referenzieren kann. So
würde »*H« z.B. den Songtitel einfügen. So können
Sie z.B. MPEG3-Dateien nach dem Muster »Künstler - Songtitel.mp3«
benennen, indem Sie als Quelle »*.mp3« angeben und als Ziel »*I
- *H.mp3«. Voraussetzung ist natürlich, dass die betreffenden MP3-Dateien
die entsprechenden Informationen auch enthalten (s. »Klare Namen«).
Diese müssen beim Digitalisieren eingetragen werden. Fehlen die Daten,
fügt Renplacer nur leere Felder in die Namen. Dann kann es u.U. zu Problemen
kommen.
Damit ist dieser Workshop an seinem Ende angelangt. MultiRen bietet noch viele
weitere Funktionen - gehen Sie auf Entdeckungsreise.
lb
© 2002 All Rights Reserved. Alle Rechte vorbehalten Franzis'
Verlag GmbH Kommentare, Fragen, Korrekturen und Kritik bitte an Webmaster
AMIGA schicken.
Zuletzt aktualisiert am 23. 5. 2002.