von David Göhler
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Sitzt man am PC und möchte auf seinen Amiga (oder vielmehr nur dessen Laufwerke) zugreifen, musste man neben der Netzwerkverbindung entweder Samba auf dem Amiga installieren (was nicht unbedingt einfach ist) oder aber einen FTP-Server aufsetzen. Das ist zwar schnell geschehen, aber dann braucht man auf dem PC einen FTP-Client um Daten hin- und herzuschaufeln. Die Einbindung im Windows-Explorer über die Netzwerk-umgebung ist keine Alternative, da die Implementation de facto unbrauchbar ist: Lange Timeouts, die üblich schlechte Toleranz bei ungewöhnlichen Datumsformaten, schwache Einbindung ins Windows-System-Dateitypensystem. Nach einem Doppelklick auf eine PNG-Datei geht statt des Bildanzeigers der Internet Explorer auf.
Die Alternative
Die Lösung heißt »Webdrive« von South River Technologies.
Es bindet sich in das Windows-System so ein, dass man eine beliebige Anzahl
von FTP-Sites (also z.B. auch einen Aminet-Server) anlegen und auf eine ebenfalls
festzulegende Anzahl von Laufwerksbuchstaben mappen kann. Dabei verhält
sich das Drive wie ein virtuelles Laufwerk, in das man eine FTP-Site einlegt.
Die Installation ist einfach und funktioniert auf verschiedenen Windows-Systemen
ohne Probleme und ohne Reboot. Im Tasktray findet sich anschließend
ein Symbol, über das man den FTP-Manager und die Optionen starten und
verändern kann.
Der FTP-Manager erlaubt die Definition der FTP-Sites. Sowohl
Anonymous als auch Login und Password lassen sich festlegen. Fehlt das Passwort,
wird beim Connect nachgefragt. Nach einem Klick auf »Advanced«
öffnet sich ein Dialog mit acht Reitern und ca. 60 Einstellungen und
das pro FTP-Site. Das allein zeigt schon die Leistungsfähigkeit. Übrigens
kann man auch auf Frontpage- und WebDAV-Server zugreifen; es muss nicht FTP
sein.
Eine ähnliche Fülle an Einstellmöglichkeiten bieten die »globalen«
Optionen. So lässt sich detailiert steuern, wie der Cache reagiert, wann
Meldungen erscheinen, welche Proxys zu nutzen sind, Timeouts regeln, Windows-2000-Probleme
umgehen, dass unterbrochene Transfers wieder aufgenommen werden uvm. Die Vielfalt
deutet darauf hin, dass Profis am Werk waren.
Im System
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Die Einbindung unter Windows ist gelungen: Wann Verbindungen geschaffen und Buchstaben eingebunden werden, lässt sich getrennt einstellen; also auch: Laufwerksbuchstabe bei Systemstart einbinden, aber nicht verbinden. Das geschieht dann erst nach einem Doppelklick.
Die Praxis bestätigt das erste Urteil: Mit Amiga-Servern wie »OrangeFTP« hatte Webdrive keine Probleme, Internet-Server spricht er problemlos an und falls das mal nicht gut gelingt, bietet das Tool eine Vorauswahl von ca. 20 verschiedenen Rechnerarten. Selbst mit dem schwierigen FTP-Server auf einem »Psion netBook«, das per Wireless LAN angesprochen wurde, klappte es problemlos. Mit »TreeSize« ließ sich sogar die Größe der einzelnen Laufwerke bestimmen.
Ein Monitor erlaubt die Beobachtung von FTP-Verbindungen (man sieht die Kommandos und Ergebnisse). Er kann ebenfalls über das Trayicon geöffnet werden. Wer des Englischen mächtig ist, bekommt außerdem noch eine ausführliche Hilfe zu allen Funktionen dazu.
Fazit: Insgesamt hinterlässt Webdrive in Version 5.12 einen ausgereiften, superstabilen Eindruck. Das Tool überzeugt durch seine vielen Funktionen und den problemlosen Einsatz. Ein Unterschied zu einem echten Laufwerk ist kaum noch vorhanden wenn doch auch andere Windows-Software so unkompliziert wäre.
lb
Informationen: WWW: http://www.webdrive.com,
South River Technologies,
Preis: ca. 38 Euro
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Zuletzt aktualisiert am 28. 03. 2003.