von Marius Schwarz
Seit dem 11. September 2001 wird von verschiedenen Stellen die Kontrolle von digitalen Daten immer mehr verstärkt. Man will so potentiellen Angreifern auf die Schliche kommen. E-Mails werden wie Postkarten versendet und sind jedem auf dem Weg vom Sender zum Empfänger sichtbar. Nun gibt es zum Glück Kryptografie, mit deren Hilfe man eine E-Mail in einen Umschlag stecken kann, so dass niemand (außer dem Empfänger) diese lesen kann. Ein sehr verbreitetes und zum Glück auch auf dem Amiga verfügbares Programm ist PGP das Kürzel steht für Pretty Good Privacy.
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Die Installation
Legen Sie sich ein Verzeichnis PGP an - z.B.
makedir amitcp:pgp
Fügen Sie dann einen
Assign auf PGP: im System und in der User-Startup ein:
assign pgp: amitcp:pgp
Legen Sie mit
path pgp: add
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copy PGPE pgp:PGPE
copy PGPE pgp:PGPV
copy PGPE pgp:PGPS
copy PGPK pgp:PGPK
copy pgp.cfg PGP:
copy language50.txt pgp:
makedir pgp:Keys50
SetEnv PGPPATH PGP:
Copy ENV:PGPPATH ENVARC:
makedir pgp:docs
copy docs pgp:docs all
Die Installation von PGP ist damit abgeschlossen. Nun müssen Sie Ihr eigenes
einzigartiges Schlüsselpaar erzeugen.
Geben Sie in einer Shell
pgpk -g
ein, und folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm. Bei der Frage nach
der Größe des Schlüssels, wählen Sie bitte eine Ihren Bedürfnissen
entsprechende Größe. Ein kleiner Schlüssel kann relativ schnell
geknackt werden, ein zu großer Schlüssel braucht sehr lange beim
Ent/Verschlüsseln. Ein Schlüssel kann nur mit großem Aufwand
während einer Brute-Force-Attacke geknackt werden, dabei werden alle möglichen
Schlüssel der Reihe nach durchprobiert. Deshalb ist eine größere
Länge des Schlüssels sicherer, da der Aufwand expotenziell zur Länge
wächst.
Wenn man nun PGPK -l in eine Shell eingibt, bekommt man eine Ausgabe wie in
Listing 1 zu sehen. An dieser Stelle sollten bei Ihnen andere Werte stehen.
PGP und
YAM
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pgpk -x IHREPGPID -o t:my.pubkey
erzeugen und auf einen so genannten PublicKey-Server übertragen. Dort
können andere sich Ihren PubKey herunterladen. Sie müssen dann nicht
mehr jedem einen Key zusenden, der Ihnen eine Mail schreiben will. Die PublicKey-Server
sind meistens auch Trustcenter, d.h. diesem Server können Sie vertrauen,
dass der Key, den Sie von dort herunterladen, auch wirklich zu dem Besitzer
gehört.
Vertrauen ist in einem Netz, das nicht vertrauenswürdig sein kann, ein
Problem. Deshalb bietet PGP die Möglichkeit, einem Schlüssel »Vertrauen«
zu zertifizieren. Das bedeutet konkret, Sie können dem PublicKey eines
anderen Vertrauen schenken und den PublicKey in Ihrem Schlüsselbund mit
Ihrem Key signieren. Den so signierten PublicKey schicken Sie an den Besitzer
zurück. Der fügt Ihre Signatur in seinen Schlüsselbund ein und
kann nun seinen so signierten PublicKey an andere versenden. Diese können
nun seinem Key vertrauen, wenn sie Ihnen vertrauen. Dieses Vertrauen bezieht
sich aber nur auf den Schlüssel nicht auf die Person. In der PGP-Dokumentation
gibt es ein schönes Beispiel: Wenn der Besitzer des Schlüssels ein
Psychopat ist, dann vertrauen Sie zwar dem Schlüssel, dass er von dem Psychopaten
ist, aber nicht dem Psychopaten selbst.
Digitale
Signaturen
Neben dem Signieren von Schlüsseln, kann man natürlich auch ganze
Mails signieren. Dazu wird eine Art Checksumme über die Mail gebildet und
mit Ihrem geheimen Schlüssel verschlüsselt. Diese Signatur wird an
die Nachricht angehängt. Mit Ihrem im Umlauf befindlichen PublicKey kann
nun jeder prüfen, ob auch wirklich Sie das geschrieben haben. Diese Digitale
Unterschrift ist seit neuestem rechtswirksam, d.h. Sie können damit Verträge
im Internet abschließen. Umso mehr ist es wichtig, dass niemand an Ihren
geheimen Schlüssel kommt.
Trustcenter
| Listing 1: PGP in der Shell testen.
sec+ 768 0xBE437B81 2002-02-21 2003-02-21 DSS Sign & Encrypt sub 768 0x11F9B7AA 2002-02-21 2003-02-21 Diffie-Hellman uid TEST |
PGP ohne
Mail
Neben YAM gibt es noch ein anderes Programm, welches direkt PGP unterstützt.
Der Instant Messanger von der Amiga Security Page (kurz CIM) kann Nachrichten
mit PGP verschlüsseln und ankommende Nachrichten entschlüsseln. Auf
dieser Basis ist auch ein Multi-User-Chat möglich, bei dem alle Teilnehmer
encryptet mit einander reden. Ebenfall möglich - SIe können Dateien
mit Hilfe von PGP auf der Festplatte verschlüsseln und so den Zugriff sichern.
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Zuletzt aktualisiert am 11.4. 2002.