XAD ist ein flexibles Entpack-System für Datei- und Disketten-Archive
sowie Disketten und deren Disketten-Images. Das im
AmigaOS 3.9 enthaltene Entpackprogramm »UnArc« verwendet XAD,
um Archive zu entpacken. Doch XAD kann noch so viel
mehr. Lernen Sie weitere Möglichkeiten kennen, XAD einzusetzen.
von Martin Steigerwald
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XAD, das Anfang 1999 in einer ersten vollständig lauffähigen Version erschien, besteht aus der xadmaster.library und den internen und externen Clients. Die internen Clients befinden sich in der xadmaster.library, die externen als einzelne Dateien im Verzeichnis »Libs:xad«.
Die Library stellt dabei Funktionen zur Verfügung, die für Entpacker oder Dateisysteme die XAD unterstützen. Deshalb sollte man jedem Client die für ihn notwendigen Funktionen implementieren. So implementiert ein Entpacker-Client die Funktionen, ein Archiv zu entpacken oder dessen Inhalt aufzulisten. Dabei bekommt er von der xadmaster.library alle möglichen Hilfen zur Verfügung gestellt. Analoges gilt für die Dateisysteme.
Es wird andererseits auch erwartet, dass jeder Client bestimmte
Regeln einhält und Funktionen der Haupt-Library aufruft. Das führt
dazu, dass die Schnittstelle zu jedem Client gleich aufgebaut ist: Es ist für
Sie als Nutzer eines Programmes, das XAD unterstützt, wie z.B. UnArc, völlig
irrelevant, ob nun ein LhA-, ein LZX- oder ein ZIP-Archiv entpackt wird.
Nicht alle Programme, die XAD verwenden, nutzen jedoch alle Features von XAD.
So ist UnArc bislang nicht in der Lage, mit Disketten-Images, wie z.B. die beliebten
ADF-Dateien, die bei Amiga-Emulatoren Verwendung finden, umzugehen. Wir zeigen
ihnen dennoch, wie Sie sowohl ADF-Images erzeugen, als auch wieder auf eine
(virtuelle) Diskette schreiben können. Doch dazu später mehr.
Modularer Aufbau
Der modulare Aufbau von XAD bietet weitere Vorzüge: Die Clients können
in der Regel über den Fortschritt beim Entpacken eines Archivs ebenso informieren,
wie auch einfach nur den Inhalt eines Archives auflisten. Bei UnArc sind diese
Features in eine gefällige ReAction-Oberfläche verpackt!
Doch es ist auch möglich, XAD mit Shell-Befehlen anzusteuern. Hier offenbart
sich ein weiterer Vorzug der modularen Architektur: Als Anwender können
Sie entscheiden, welches Programm Sie verwenden, um Archive zu entpacken. Als
Entwickler können Sie leicht ihr eigenes Entpacker-Programm schreiben oder
Ihrer Anwendung Entpack-Support hinzufügen, ohne sich selbst mit den Einzelheiten
des Entpackens von Archiven vertraut zu machen.
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So bieten eine ganze Anzahl von Anwendungen XAD-Support: »CheckX« nutzt die xadmaster.library und die xvs.library, die für das Erkennen von Viren zuständig ist und von vielen Virenkillern verwendet wird, um z.B. die Archive in Ihrem Download-Verzeichnis vor dem Öffnen auf Virenbefall zu testen.
»DeliDecrunch« bietet die Möglichkeit, direkt aus dem DeliPlayer
in Archive verpackte Module abzuspielen: So können Sie ein Musikmodul aus
dem AmiNet anhören, ohne vorher das LhA-Archiv, in dem es steckt, manuell
zu entpacken (s. »Musikalische LhA-Archive«).
Der Dateimanager »Class Action« handhabt mit Hilfe von XAD Archive
wie ganz normale Verzeichnisse (s. »Ganz leicht«). Wer »Directory
Opus Magellan 5« verwendet, kann entweder mit »XADopus« oder
mit »ArcDir_xad« auch Directory Opus diese Fähigkeit verleihen.
»Voodoo-X« ist eine Anwendung, die wie »UnArc« einfach
nur das Entpacken von Archiven erlaubt. Dabei bietet es jedoch jeden erdenklichen
Komfort: So können Sie z.B. direkt auf Dateien in einem Archiv, das sich
innerhalb eines anderen Archivs befindet, das sich innerhalb eines weiteren
Archivs befindet usw. zugreifen. Zudem werden direkt auf Disks basierende Archive
unterstützt. Das funktioniert mit »UnArc« von AmigaOS 3.9 zur
Zeit nicht. Schließlich können Sie, wie mit CheckX, direkt in den
Dateien eines Archivs nach Viren suchen.
Zudem gibt es mit »Next« noch einen sehr leistungsfähigen
Textanzeiger, mit dem man via XAD-Unterstützung direkt Dateien aus Archiven
lesen kann. Sie wählen die gewünschte Datei aus dem Archiv aus und
Next erledigt den Rest (s. »Angenehm«). Auch »AMPlifier«,
der beliebte MPEG3-, AIFF- und WAV-Abspieler, der auch mit AmigaOS ausgeliefert
wird, unterstützt ab Version 2.30 XAD zum Entpacken von gezippten Skin-Archiven,
wie sie für WinAMP üblich sind. Eine entsprechende Version ist bereits
im AmiNet erhältlich, ist auf der AmigaOS-XL-CD und wird in Boing Bag 3.9-2
enthalten sein.
Doch lockern Sie nun die Theorie durch ein paar praktische Übungen auf!
Soweit nicht anders erwähnt, können Sie die hier beschriebenen Anwendungsmöglichkeiten
mit dem XAD, das in AmigaOS 3.9 enthalten ist, nachvollziehen. Einige Operationen
verlangen hingegen Version 11 von XAD, die vor kurzem erschienen ist. Nicht
jede Option und nicht jedes Detail wird beschrieben: XAD kommt mit einer ausgezeichneten
auch in deutscher Sprache erhältlichen Dokumentation, deren Lektüre
wir nur empfehlen können. Mit ihrer Hilfe können Sie so mehr über
die hier aufgezeigten grundsätzlichen Möglichkeiten von XAD erfahren.
Kommen wir zum ersten einfachen Beispiel, wie Sie XAD via Shell
ansprechen können: Mit dem einfachen Befehl »xadLibInfo« können
Sie sich anzeigen lassen, was XAD so alles kann. Sie erhalten eine vollständige
Liste aller externen und internen Clients (s. »Zeig, was Du kannst!«).
Nähere Informationen über viele XAD-Clients erhalten Sie in der Amiga-Guide-Datei
»xadclients«. Diese lassen Sie sich am besten mit Hilfe des Programms
Voodoo-X auf dem Screen anzeigen. Dieses Tool bietet eine komfortablere Variante
von »xadLibInfo« und verwendet dazu zusätzlich die Informationen
aus der AmigaGuide-Datei (s. »Clients stellen sich vor«).
Erste Schritte
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Die einfachste und offensichtlichste Anwendung von XAD ist natürlich
mittels UnArc- oder Voodoo-X Dateien zu entpacken oder ein Programm zu verwenden,
das XAD ohne Zutun des Benutzers transparent unterstützt. Wenn Sie also
ein unbekanntes Archiv bekommen, dann versuchen Sie es ruhig erst einmal mit
UnArc oder Voodoo-X zu entpacken. Anders als UnArc unterstützt Voodoo-X
auch direkt Disketten-Archive und Disketten-Images sowie Entpacken von Archiven
in Archive. Wenn etwas mit »UnArc« nicht geht, macht es also Sinn,
es noch einmal mit »Voodoo-X« auszuprobieren. Die Möglichkeiten
von »UnArc« und »Voodoo-X« lernen Sie am besten kennen,
indem Sie einfach Dateien verschiedener Archivtypen damit entpacken.
Doch gehen wir auf die Möglichkeiten ein, die nicht so offensichtlich sind
und die sich mitunter erst ergeben, wenn man sich an die Arbeit mit einer Amiga-Shell
heranwagt. Natürlich können Sie mit den XAD-Shell-Befehlen auch einfach
nur Archive entpacken oder deren Inhalt auflisten. Ein Beispiel: So listet der
einfache Befehl
xadUnFile DeliDecrunch.lha LIST
den Inhalt der gleichnamigen Archiv-Datei auf. Wenn Sie die Option »LIST«
durch ein Ziel-Verzeichnis ersetzen, wird das Archiv stattdessen dorthin entpackt.
Praktischerweise funktioniert das nicht nur mit LhA-Dateien, sondern mit allen
Datei-Archiv-Typen, die xad unterstützt. So brauchen Sie nicht die Parameter
verschiedenster Entpack-Programme zu lernen. Mit Hilfe der Option »FILE«
können die xadUnFile mitteilen, nur bestimmte Dateien aus einem Archiv
zu entpacken.
xadUnFile Next3.1.lha RAM: FILE #?.guide
würde zum Beispiel nur die deutsch- und englischsprachigen AmigaGuide-Anleitungen,
die im Next-Archiv enthalten sind, entpacken.
Sie können mit »xadUnFile« jedoch auch Disketten-Archive oder
Disketten-
Images entpacken. Diese werden dann dateiweise in ein beliebiges Verzeichnis
entpackt praktisch für den schnellen Zugriff in einer solchen Datei
enthaltenen Dateien, ohne sie auf Diskette zu entpacken. So entpackt der Befehl
xadUnFile Disketten-Archiv.dms RAM: DARC
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ein Disketten-Archiv Ihrer Wahl dateiweise in die RAM-Disk. Wichtig
ist dabei, dass Sie die Option »DARC« (lang: »DISKARCHIVE«)
angeben, damit xadUnFile weiß, dass es sich um ein Disketten-Archiv handelt.
Die automatische Erkennung, wie xadmaster. library und Clients sie unterstützen,
will Dirk Stöcker (Entwickler von XAD) evtl. in einer späteren Version
in »xadUnFile« einbauen. Wenn es sich um ein Disketten-Archiv mit
einem gültigen von XAD unterstützten Dateisystem, wie z.B. FastFilesystem
und seit XAD V11 auch SmartFilesystem, handelt, kann XAD dateiweise entpacken.
Auch Disketten-Images, Dateien, die eine komplette Diskette Track für Track
ungepackt enthalten, kann XAD entpacken. Dazu gehören z.B. die beliebten
ADF-Dateien, die unter Emulatoren immer wieder zum Einsatz kommen.
xadUnFile Diskette-Image.adf RAM: DIMG
Diesmal geben Sie allerdings »DIMG« (lang: DISKIMAGE) an, damit
XAD von einem Disketten-Image ausgeht. Auch hier folgt in einer späteren
Version evtl. eine automatische Erkennung.
Was ist aber, wenn Sie Disketten-Archive oder Images auf richtige oder virtuelle
Disketten entpacken wollen und zwar nicht dateiweise, sondern Spur für
Spur? Dazu dient der Befehl »xadUnDisk«.
xadUnDisk Disketten-Archiv.dms DF0:
würde also das entsprechende DMS-Archiv nicht dateiweise entpacken, sondern
Spur für Spur auf eine formatierte Diskette in Laufwerk »DF0:«
schreiben. Analog entpackt folgender Befehl ein Disketten-Image:
xadUnDisk Disketten-Image.adf DF0: DIMG
Auch hier ist wieder der Parameter »DIMG« erforderlich. Wenn Sie
den Parameter weglassen, fragt »xadUnDisk« zumindest nach, ob es
die Datei wie ein Disketten-Image behandeln soll.
Virtuelle Disketten
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Wenn Sie diese Beispiele gerne nachvollziehen möchten, jedoch nicht immer eine echte Diskette beschreiben möchten, können Sie sich auf ihrem Amiga ein sehr schnelles virtuelles Disketten-Laufwerk einrichten. Sehr gut eignet sich dafür die Software FMS fmsdisk.device. Dies ist ein Gerätetreiber, der ein ganz normales Amiga-Floppy-Laufwerk nachahmt, jedoch die Daten nicht auf eine echte Diskette, sondern in eine Datei schreibt. Praktischerweise ist diese Datei auch noch zu den hier erwähnten Disketten-Images kompatibel, denn auch Sie enthält nichts weiter als Spur für Spur die Daten der Diskette.
Zum schnellen Ausprobieren von FMS entpacken Sie das FMS-Archiv, gehen Sie in einer Shell in das soeben entpackte Verzeichnis »FmsDisk/Devs«, und tippen Sie die folgenden Befehle ein:
copy fmsdisk.device DEVS:CLONE
Assign FMS: Work:FMS
Mount FF0: FROM Mountlist
»FMS:« zeigt dabei auf ein Verzeichnis, in dem FMS für jede
Unit eine Datei schreibt, die den Inhalt einer Diskette enthält. Weisen
Sie »FMS:« einfach ein leeres Verzeichnis auf Ihrer Festplatte zu,
das nur von FMS verwendet wird. Für eine permanente Installation von FMS
schreiben Sie den Assign-Befehl in die »User-Startup«. Dann erstellen
Sie einen »DOSDriver«, indem Sie aus der mitgelieferten »Mountlist«-Datei,
wie man Sie unter AmigaOS 2.04 oder früher noch verwendete, den Text ausschneiden,
der zwischen »FF0:« und dem darauffolgenden »#« steht
(s. »Schnelle Disketten«). Diesen Text schreiben Sie in eine Datei
in das Verzeichnis »SYS:Storage/DOSDrivers«. Der Name der Datei
bestimmt den Namen des Gerätes, z.B. »DD0« für das erste
virtuelle DD-Laufwerk.
Öffnen Sie nun das Verzeichnis »SYS:Storage/DOSDrivers« mit
der Workbench, lassen Sie sich alle Dateien anzeigen und öffnen Sie für
die soeben erstellte DOSDriver-Datei das Piktogramm-Informationsfenster der
Workbench, um via Drag&Drop die DOSDriver-Datei mit einem Piktogramm zu
versehen. Verwenden Sie einfach eines der anderen DOSDriver-Piktogramme aus
dem Verzeichnis. Mit einem Doppelklick wird das neue Laufwerk dann angemeldet.
Wenn Sie die DOSDriver-Datei nach »DEVS:DOSDrivers« verschieben,
geschieht dies beim Start ihres Amigas automatisch.
FMS unterstützt mehrere solcher Laufwerke sowie auch Laufwerke, die HD-Disketten unterstützen. Um z.B. ein Laufwerk für HD-Disketten zu erzeugen, kopieren Sie die soeben erstellte DOSDriver-Datei, und geben Sie ihr einen neuen Namen, z.B. »HD0«. Editieren Sie sie jetzt noch mit EditPad oder einem anderen Texteditor, um FMS klar zu machen, dass es HD-Disketten nachahmen soll: Suchen Sie nach der Zeile »BlocksPerTrack« und verdoppeln Sie den Wert »11« auf »22«. Zudem müssen Sie den Wert bei »Unit« auf 1 ändern. Sie können jede Unit nur einmal verwenden. Jede Unit des »fmsdisk.device« repräsentiert ein virtuelles Floppy-Laufwerk mit einer nicht wechselbaren Diskette als Datei gespeichert.
Ein Doppelklick später ist dann ihr zweites virtuelles Disketten-Laufwerk angemeldet. FMS ist übrigens nicht nur auf die Größe von Disketten beschränkt. Mit einem hohen Wert für »HighCyl«, für eine große Anzahl von Spuren / Zylindern, können Sie auch eine kleine virtuelle Festplatte nachahmen. Sie sollten jedoch aus Sicherheitsgründen nicht über 2 GByte gehen, denn FMS stammt noch aus der Zeit vor den großen Festplatten. Geeignete DOSDriver-Dateien für FMS finden Sie auf der nächsten Amiga-Magazin-CD. Oder aber Sie verwenden den HFMounter, um mittels einer grafischen Oberfläche virtuelle Disketten anzulegen.
Nachdem Sie ein virtuelles Laufwerk angemeldet haben, sollten
Sie es, wie bei einer normalen Diskette auch, zunächst einmal formatieren.
Wenn Sie auf der Workbench direkt nach dem Anmelden kein Disketten-Piktogramm
für das neue Laufwerk sehen, dann Formatieren Sie die Diskette, indem Sie
das »Format«-Programm in der Schublade »System« ihres
Boot-Laufwerks doppelt anklicken, und dann das passende Gerät aus der Liste
auswählen (s. »Initialisieren«). Achten Sie dabei darauf, wirklich
das richtige Gerät und nicht etwa eine Festplatten-Partition mit wertvollen
Daten auszuwählen. Es sollte 880KByte oder 1760KByte an Kapazität
aufweisen und unformatiert sein. Dies erkennen Sie daran, dass Format nicht
anzeigt, wieviel Platz auf dem Laufwerk belegt ist. Sie können Format natürlich
auch direkt als Shell-Befehl verwenden.
Nun können Sie das Laufwerk wie »DF0:« nutzen. Nur Diskettenwechseln
ist nicht so leicht möglich. Sie könnten die entsprechende Datei für
das Disketten-
Image austauschen und es mit dem »Diskchange«-Befehl
versuchen, aber im Prinzip ist das nicht notwendig. Das Entpacken und Erzeugen
von Disketten-Images via XAD geht mit virtuellen Laufwerken so schnell, dass
Sie Ihre virtuellen Disketten nicht aufheben müssen. FMS dient in erster
Linie als Werkzeug, um Disketten-Archive und Disketten-Images einfach zu entpacken.
Anstatt von »DF0:« geben sie nun je nach gewählten »FF0:«,
»DD0:« usw. an.
Das ist in Verbindung mit Amiga-Emulatoren besonders praktisch: Erstellen Sie
einfach von ihren alten Amiga-Disketten ADF-Dateien, schieben Sie diese auf
den Emulator, und entpacken Sie sie dort in ein virtuelles Disketten-Laufwerk.
Das sollte bei allen Programmen, die auf Disketten ausgeliefert werden, funktionieren,
sofern sie systemkonform programmiert sind, also nicht direkt auf die Hardware
zugreifen. Doch wie erstellen Sie nun diese Disk-Images?
ADF-Dateien erstellen
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Seit XAD V11 bieten die Befehle »xadUnDisk« und »xadUnFile«
die Möglichkeit, nun direkte Disketten von einem echten oder virtuellen
Laufwerk einzulesen. Der Befehl
xadUnDisk DF0: RAM:Test.adf DIMG
macht beispielsweise aus der Diskette im Laufwerk »DF0:« eine ADF-Datei.
Disketten-Archive können Sie so jedoch nicht erzeugen. Der Grund: XAD unterstützt
leider nur das Entpacken, nicht das Erzeugen von Archiven. Disketten-Images
eigentlich keine Archive im engeren Sinne sind da die einzige Ausnahme.
Es gab mit xpkarchive.library schon einmal den Ansatz, auch das
Erzeugen von Archiven zu standardisieren. Dieser hat sich jedoch nicht weit
verbreitet. Es wäre schön, auch dafür einen Standard zu haben,
der Archive der wichtigsten Typen erzeugen kann. Nicht jedes Format müsste
unterstützt werden, manche Formate könnten mangels Quellcode oder
Lizenz gar nicht unterstützt werden. Aber LhA, ZIP und GZip-Tar-Archive
wären z.B. ein guter Anfang.
Erzeugen Sie so etwa aus all ihren Amiga-Disketten ADF-Dateien, brennen Sie
diese auf eine CD-R, oder bringen Sie sie auf einen anderen Weg in Ihrem emulierten
Amiga, und entpacken Sie sie dort nach Bedarf auf ihr virtuelles Disketten-Laufwerk.
Auf der nächsten Amiga-Magazin-CD finden Sie »ArchiveDisk.rexx«,
ein kleines ARexx-Skript, das beim Archivieren ihrer Disketten behilflich ist.
Sie können auch per »xadUnFile« auf Disketten zugreifen. Findet XAD ein unterstütztes Dateisystem, so extrahiert es alle Dateien, die es auf der Diskette entdecken kann. Dabei wird die Diskette nicht als reguläres Dateisystem angemeldet, was unter Umständen praktisch sein kann.
Was sonst noch so geht
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XAD bietet noch zahlreiche andere Möglichkeiten. Erwähnenswert
ist der Befehl »xadUnTar« als komfortable Möglichkeit Tar-Archive
zu entpacken. Dabei unterstützt »xadUnTar« ungepackte als auch
mit COMPRESS, GZIP, BZIP oder BZIP2 gepackte Tar-Archive (»tar.bz«-,
»tar.bz2«-, »tar.gz«-, »tar.Z«- sowie ».tar.«-Dateien).
»xadUnTar« ist praktisch, da XAD selbst zwei Schritte braucht, um
gepackte Tar-Archive zu dearchivieren. Im ersten Schritt wird das Archiv entpackt
und im zweiten werden alle Dateien aus ihm extrahiert. Nachvollziehen können
Sie diese zwei Schritte, wenn Sie zum Beispiel ein »tar.gz«-Archiv
mit UnArc entpacken. Erst wird eine »tar«-Datei daraus, die Sie
noch einmals mit »UnArc« behandeln müssen.
Auch in der Unix-Welt, wo diese Formate herkommen, ist diese Vorgehensweise üblich. Dort werden z.B. für »tar.gz«-Dateien die beiden Tools »gzip« und »tar« benötigt. Aber wie dort »tar« angewiesen kann, »gzip« gleich mitaufzurufen, so bietet »xadUnTar« ebenfalls die Möglichkeit, beide Schritte in einem zusammenzufassen, wie dies auch bei anderen Archiv-Formaten üblich ist.
xadUnTar apache_1.3.20_68060.tar.gz RAM:apache
entpackt z.B. ein Archiv mit der 68060er-Amiga-Version des beliebten Apache-Web-Servers in das Verzeichnis »RAM:Apache«. Über den Parameter »FILE« können Sie mit einem AmigaDOS-Muster wieder auswählen, welche Dateien entpackt werden sollen. »xadUnTar« unterstützt Dateinamen, die länger als die beim Amiga FastFilesystem üblichen 30 Zeichen sind. Das ist nützlich in Verbindung mit Dateisystemen, die längere Namen erlauben. Mit »NAMESIZE« setzen Sie die maximale Dateinamenlänge. Mit »SFS« wird der Standardwert für SmartFilesystem, 100 Zeichen, verwendet. Mit »LIST« können Sie sich auch wieder nur den Inhalt des Archives anzeigen lassen.
Selbstentpackende Archive
XAD unterstützt viele selbstentpackende Archiv-Typen. Und zwar nicht nur
solche, wie sie auf der Amiga-Plattform verwendet werden, sondern z.B. auch
selbstentpackende WinZip-Archive (s. Kasten »Unterstützte Formate«).
In der Regel reicht es, diese mit UnArc, Voodoo-X oder xadUnFile zu entpacken.
Manchmal ist es jedoch explizit notwendig, per »exe2arc« ein selbstentpackendes
Archiv in ein gewöhnliches Archiv umzuwandeln. Selbstentpackenden Archiven
ist eine Routine beigefügt, die das Entpacken der Archive übernimmt,
wenn diese gestartet werden. »exe2arc« entfernt diesen Entpacker
wieder. Wenn man weiß, um welchen Archiv-Typ es sich handelt, kann man
diesen angeben, um das Analysieren des Archives zu verkürzen.
Das Format von Archiv-Dateien können Sie sehr leicht mit dem »xadList«-Befehl
herausfinden. »xadList« arbeitet ähnlich wie der »List«-Befehl
von AmigaOS. Allerdings zeigt es zu jeder Datei auch deren Typ an. Wenn XAD
den Typ nicht erkennen kann, wird »unknown« angezeigt. XAD analysiert
dabei seinem Zweck entsprechend nur Archiv-Dateien, Bild-Dateien unterschiedlicher
Formate z.B. werden nicht erkannt. Lassen Sie »xadList« einfach
mal über ihr Download-Verzeichnis laufen, um zu sehen, wie das aussieht.
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Sehr praktisch und sinnvoll ist auch »CheckX«: Es dient dazu, mit Hilfe gleich dreier X-Systeme (XAD, XFD und XVS) in Archiven nach Viren zu suchen. Dabei werden via XVS viele Viren erkannt. XFD hilft, auch in gepackten Dateien nach Viren zu suchen und unterstützt sehr viele Packerformate. Bei jeweils aktuellen Versionen aller drei Systeme sollte sich in ihrem Download-Verzeichnis in keinem Archiv mehr so schnell ein Virus verstecken können. Die Befehlsfolge
CheckX classaction.lha
prüft eine einzelne Archiv-Datei.
CheckX Download:#? ALL
hingegen alle Archive im Verzeichnis »Download:«. Weiteres Feature
von CheckX: Das Programm sucht auch in Archiven innerhalb von Archiven.
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Zuletzt aktualisiert am 24. 03. 2002.