Bevor man sich eine Linux-CD kauft, sollte man prüfen, ob die eigene Amiga-Konfiguration für den Betrieb von Linux geeignet ist. Ihr Amiga-Prozessor muß eine MMU, eine Speichermanagement-Einheit, haben. Ab einem 030er haben alle 680x0-Prozessoren eine MMU, sofern sie nicht EC-Sparversionen sind.
Paßt die Hardware?
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Gerätenamen
Unter Linux werden Peripheriegeräte und Massenspeicher über andere Bezeichnungen angesprochen als unter AmigaOS. Für Einsteiger wichtig zu wissen ist vor allem, wie sich Festplatten-Partitionen und CD-ROM-Laufwerke angeben lassen. Die Angabe einer Festplattenpartition setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:
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Anmelden von Geräten
Unter Linux muß jede Festplattenpartition, jede CD-ROM und Diskette vor der Benutzung angemeldet werden, d.h. gemountet. Wie auf dem Amiga geschieht dies mit dem mount-Befehl. Allerdings werden Geräte direkt im Verzeichnisbaum angemeldet. Dazu erstellt man mit mkdir ein Verzeichnis und mountet unter diesem dann das entsprechende Gerät. Für ein SCSI-CD-ROM-Laufwerk würde das z.B. so funktionieren:
mkdir /cdrom mount /dev/scd0 /cdrom
Dazu muß jedoch eine CD im Laufwerk sein, die Linux erst dann wieder hergibt, sobald man mit umount /cdrom die CD-ROM wieder abmeldet. Vor dem Ausschalten des Computers sollten immer alle Dateisysteme abgemeldet werden (s. Kasten »Starten und Beenden von Linux«). Dabei wird das verwendete Dateisystem in der Regel automatisch erkannt. Es läßt sich jedoch auch ausdrücklich mit der Option -t angeben. So mountet das folgende Beispiel die 1. Partition der 1. IDE-Festplatte als Amiga FastFileSystem-Partition:
mkdir /amiga mount -t affs /dev/hda0 /amiga
Mögliche Dateisysteme sind je nach Kernel z.B.:
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Defaults ist das übliche Verfahren, ein Dateisystem einzubinden - es wird dabei automatisch eingebunden. Wer ein Dateisystem lieber manuell mounten will, schreibt statt dessen noauto. Dies ist bei einem CD-ROM-Laufwerk sinnvoll, da es beim Booten nicht unbedingt eine CD-ROM enthält. Für weitere Informationen lesen Sie die Linux-Dokumentation (s. »Wie finde ich Hilfe?«).
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amiboot -k vmlinux root=/dev/sdb1
Der Kernel kann dabei auch GZip-gepackt vorliegen. Sein Name muß nur angegeben werden, wenn er nicht vmlinux heißt und im aktuellen Verzeichnis liegt.
Für die Erstinstallation wichtig: Das Booten eines Minimal-Linux-Systems für das Abarbeiten der Installationsroutine. Dafür erstellt amiboot aus einer mit -r anzugegebenden Datei eine RAM-Disk, die der Kernel mit root=/dev/ram als Bootlaufwerk verwendet. Lesen Sie dazu die Beschreibung zu Ihrer Linux-CD oder die Linux-FAQ.
Wer eine Grafikkarte hat oder einen anderen Screenmode verwenden will, als der Kernel standardmäßig verwendet, muß noch die Kernel-Option video angeben (s. »Bildschirmanzeige«). Der Kernel initialisiert sich nun, was er mit allerlei Meldungen dem Benutzer mitteilt. Dann versucht er, auf das angegebene Root-Laufwerk zuzugreifen. Wenn er ein bootbares System findet, versucht er, den Prozess init zu starten. Dieser arbeitet dann ein recht komplexes System von Skripten ab, um Linux in den Mehr-Benutzerbetrieb hochzufahren.
Am Ende landet man dann in einer Linux-Console und wird nach seinem Login-Namen und Passwort gefragt. Danach kann man Befehle eingeben oder mit startx die grafische Oberfläche X11 starten.
Wer Linux dann nach getaner Arbeit beenden möchte, sollte auf keinen Fall einfach nur den Computer ausschaltet. Es ist wichtig, daß alle angemeldeten Geräte wieder abgemeldet werden, damit evtl. nur im Hauptspeicher befindliche Informationen noch gespeichert werden können. Dies geht mit dem Befehl:
shutdown -r now
Damit führt Linux sofort -now herunter und der Amiga wird neu gestartet. Mit -h statt -r wird das System nur angehalten und nicht neu gestartet. Debian Linux z.B. unterstützt auch die beiden Abkürzungen halt und reboot. Linux kann nur vom Benutzer root aus heruntergefahren werden, es sei denn, man drückt in einer Textconsole Ctrl-Alt-Entf (Reset-Tastenkombination bei PC-Computern). Damit wird Linux auch heruntergefahren und neu gestartet. Aber Vorsicht! Nicht Ctrl-Amiga-Amiga drücken!
Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Tips zum Thema Amiga-Linux haben, dann schreiben Sie per Post oder E-Mail an die AMIGA-Magazin-Redaktion. Wir veröffentlichen Ihren Beitrag.
Literatur:
[1] Das Teuflisches Vergnügen, Martin Steigerwald, AMIGA-Magazin 3/98, S. 20
[2] Der Adler kommt, Martin Steigerwald, AMIGA-Magazin 6/98, S. 14
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Zuletzt aktualisiert am 30. Januar 1999.