AMIGA-Magazin · Ausgabe 3/02 · Workshop: Partitionen und AmigaOS XL

Aktuelles Heft 3/02

Windows, mach Platz!

Sie möchten »AmigaOS XL« installieren und haben einen PC mit für den Amiga gigantisch großer Festplatte. Diese hat dann genau nur eine gigantisch große Partition mit Windows als Betriebssystem drauf? Ihnen kann bei
diesem Problem schnell geholfen werden.

von Martin Steigerwald


Es gibt viele verschiedene Wege, um AmigaOS XL zu installieren. Diese stellen unterschiedliche Anforderungen an Computerkenntnisse. Am leichtesten ist sicherlich die Installation bzw. Verwendung von AmigaOS XL ohne Umpartitionierung der Festplatte.
Wenn es jedoch darum geht, die Festplatte des PCs umzupartitionieren oder gar eine bestehende Windows-Partition verlustfrei zu verkleinern, ist es sinnvoll, genau zu wissen, was man tut. Die Installation eines Boot-Managers, um AmigaXL, AMIthlon, Linux oder auch Windows zu booten, ist mitunter schon eine Wissenschaft für sich.
Dieser Workshop beschreibt leichte und schwierigere Methoden, um AmigaOS XL zu installieren und zu nutzen. Die für Sie geeignete Methode können Sie anhand einiger Fragen herausfinden.

Ohne Partitionierung

Möchten Sie keine bestehende PC-Festplatte umpartitionieren? AMIthlon können Sie von der CD starten. Amiga-Daten können Sie auf eine zweite Festplatte speichern, die sie komplett für den Amiga reservieren. Dies kann auch eine alte Amiga-Festplatte sein. So haben Sie leichten Zugriff auf ihre Daten.
Wenn Sie Windows nutzen, können Sie QNX unter Windows installieren und so auch AmigaXL nutzen. QNX hängt sich dabei unter Windows 95/98 in die Config.sys ein und bietet ein Boot-Menü an. Dann kann anstelle von Windows AmigaXL gestartet werden. Unter Windows 2000 bzw. XP ist für diese Prozedur eine Boot-Diskette notwendig, von der das QNX-System gestartet wird. Windows ME bereitet wesentlich mehr Probleme und soll deswegen ausgeklammert werden. Da QNX sich in eine Datei auf die Windows-Partition installiert, ist keine Umpartitionierung der Festplatte erforderlich. QNX können Sie natürlich auf eine zweite Festplatte installieren.
Bei der Installation von QNX können Sie automatisch den QNX-Bootmanager installieren lassen. Dieser erlaubt das Starten von QNX und von Windows, AMIthlon kann jedoch nur über Umwege gestartet werden: Sie müssen die Partition mit den AMIthlon-Daten selbst direkt bootbar machen. Dies geht mit Hilfe einer minimalen MS-DOS-Installation und »Loadlin«, einem Linux-Bootloader. Es geht auch ohne DOS mit Sys-Linux eine Partition so einrichtet, dass via »LDLINUX.SYS« ein Linux-Kernel und eine RAM-Disk geladen werden kann. Sie sehen, hier wird es schon komplizierter. Im Laufe des Workshops wird jedoch alles erklärt!

Partitionstypen
Mit Hilfe der Partitionstypen legt man fest, welches Betriebssystem eine Partition verwenden soll.
 
Typ Hexadezimal Dezimal
Virtuelle Amiga-Festplatte $78 118
1. QNX-Partition $4e 78 usw.
2. QNX-Partition    
3. QNX-Partition    
     
Linux-Partition $83 131
Windows FAT 16    
Windows FAT 16 (LBA) $0C 12
Windows FAT 32    
Windows FAT 32 (LBA) $0E 14

Wenn Sie umpartitionieren wollen, können Sie je nachdem, ob Sie QNX/AmigaXL und/oder AMIthlon laufen lassen wollen, entsprechende Partitionen einrichten. Sie brauchen eine für QNX/AmigaXL. Für AMIthlon brauchen Sie eine Start-Partition und mindestens eine echte oder virtuelle Amiga-Festplatte ­ auch AmigaXL kann eine solche nutzen, jedoch nur über Umwege von ihr booten, da Amiga-Platten erst mit
dem Befehl »MountAmigaHDDs« in der Startup-
Sequence eingebunden werden.
Eine virtuelle Amiga-Festplatte ist eine Partition auf einer Festplatte mit einer auf dem PC üblichen Partitionierungstabelle (MBR-Format). Eine echte Amiga-Festplatte ist einfach eine Festplatte aus ihrem alten Amiga oder eine leere Platte, die Sie unter AMIthlon oder AmigaXL mit HDToolBox einrichten.
Die AMIthlon-Startpartition enthält einige Dateien, die zum Start von AMIthlon notwendig sind. Sie wird direkt von der AmigaOS-XL- CD geladen, wenn diese beim Start des Rechners eingelegt ist und das BIOS entsprechend eingestellt ist. AMIthlon verwendet einen modifizierten Linux-Kernel zum Booten und als Hilfe, um die Hardware des PCs zu initialisieren sowie auf Grafikkarten zuzugreifen. Deshalb ist für AMIthlon ein Bootloader notwendig, der Linux laden kann, oder die Partition muss ­ wie bereits kurz angedeutet direkt bootbar gemacht werden.

Verwirrt? Im Folgenden beschreiben wir die einzelnen Möglichkeiten der Installation genauer.
Am besten lesen Sie sich zuerst alles durch, um sich dann zu entscheiden. Für diejenigen, die AmigaOS XL ganz schnell und ohne aufwendige Installation nutzen wollen, hier zunächst einmal die einfachste Installationsvariante.
Bitte beachten Sie, dass eine Sicherheitskopie Ihrer Daten bei allen Installationsvarianten sinnvoll ist. Ein falscher Klick in der »HDToolBox«, ein Fehler beim Umpartitionieren Ihrer PC-Festplatte, ein Problem beim Einrichten des Bootmanagers und schon sind wichtige Daten gefährdet oder das Booten klappt nicht mehr. Erstellen Sie im Zweifelsfall immer eine Sicherheitskopie! Wenn Sie auf das Erstellen einer solchen verzichten, tun Sie das auf Ihr eigenes Risiko. Alle Hinweise zur Installation haben wir mit Sorgfalt recherchiert. Wir können dennoch nicht gewähren, dass es auch auf ihrem System funktioniert, und Fehler völlig ausschließen. Es gibt also keine Gewähr für die Richtigkeit der hier gemachten Angaben.

Schnell und einfach!

Die Sache mit der Boot-Priorität:
Man sollte sie auf »-3« oder geringer stellen, um unter AMIthlon Überraschungen nach dem Einbau einer Amiga-Platte zu vermeiden.
Am leichtesten wird die Installation, wenn Sie QNX/AmigaXL auf eine eigene Festplatte oder unter Windows installieren, AMIthlon immer von der CD starten und eine Festplatte in das System einbauen, die nur für AmigaOS reserviert ist. Diese Installationsmöglichkeit kommt mit zwei Festplatten aus.
Wenn Sie nur AmigaXL nutzen möchten, reicht eine Platte, sofern Sie kein Windows verwenden oder auf der Windows-Partition noch genügend Speicher frei ist. Wenn Sie auschließlich AMIthlon verwenden wollen, auch kein Windows, reicht ebenfalls eine Platte. Wenn Sie Windows verwenden, QNX auf eine eigene Festplatte installieren und AMIthlon nutzen möchten, brauchen Sie drei Festplatten. Natürlich können Sie auch AMIthlon, AmigaXL, Linux, FreeBSD, Windows und mehr auf einer einzigen Festplatte installieren. Dies ist in der Praxis jedoch leider nicht mehr so einfach.
Sie können AMIthlon auch von der CD nutzen, ohne irgendwelche Daten auf die Festplatte zu schreiben. Doch dann haben Sie keine Möglichkeit, eigene Daten und Einstellungen zu speichern und Programme dauerhaft zu installieren. Es macht daher Sinn, dem AmigaOS Festplattenspeicher zur Verfügung zu stellen. Der einfachste Weg geht über eine eigene Festplatte, die komplett für AmigaOS reserviert ist.

Dazu können Sie eine alte Amiga-Festplatte verwenden oder eine neue leere Festplatte mit der HDToolBox unter AmigaOS partitionieren und einrichten. Dabei können Sie neben FastFilesystem wie vom Hardware-Amiga gewohnt auch SmartFilesystem oder alternativ ProfessionalFilesystem verwenden.
AMIthlon bootet automatisch von einer bootbaren Partition auf einer realen oder virtuellen Amiga-Festplatte, wenn diese eine Boot-Priorität größer »-2« hat, denn »-2« ist die BootPriorität für die Amiga-resetfeste RAM-Disk mit dem minimalen AmigaOS 3.9-System, das AMIthlon von der CD lädt. Wenn Sie nun eine alte Amiga-Festplatte einbauen, wird AMIthlon also in der Regel von ihrer alten Amiga-System-Partition booten.
Das ist ungünstig, da diese nicht die AmigaOS-XL-Software enthält, die sicherstellt, dass AmigaOS 3.9 mit AMIthlon wie auch mit AmigaXL ohne weiteres gebootet werden kann. Zudem wird eventuell alte Amiga-Hardware initialisiert, die auf dem PC nicht vorhanden ist. Im Extremfall kann es passieren, dass der Boot-Vorgang fehlschlägt. Aber auch wenn das nicht passiert: AMIthlon-spezifische Treiber fehlen, so auch die Grafik-Treiber.
Es ist also in jedem Fall empfehlenswert, die AmigaOS-XL-Software zu installieren: Setzen Sie noch in Ihrem Amiga die Boot-Priorität aller bootbaren Partitionen der Festplatte, die Sie verwenden wollen, auf den Wert »-3« oder kleiner.
Nun können Sie die Festplatte in den PC einbauen ­ SCSI-Festplatten an einen von AMIthlon unterstützten SCSI-Controller, IDE-Festplatten einfach an den IDE-Port des Motherboards. Dann laden Sie AMIthlon mit dem minimalen AmigaOS-3.9-System von der CD. Nun können Sie AmigaOS 3.9 von der AmigaOS-XL-CD installieren und anschließend die Boot-Priorität der betreffenden Partition wieder auf »0« oder einen anderen Wert größer als »-2« setzen.
Booten Sie dazu Ihren Hardware-Amiga und starten Sie die HDToolBox. Wählen Sie den Treiber und die gewünschte Festplatte. Klicken Sie auf »Festplatte partitionieren«. Wählen Sie nun jede Partition einmal an, und überprüfen Sie, ob sie auf »Bootbar« gesetzt ist. Ist das der Fall, dann reduzieren Sie die Boot-Priorität auf »-3« oder kleiner. Geben Sie am besten ihrer primären Boot-Partition einen Wert von »-3« und allen alternativen Boot-Partitionen noch kleinere Werte (s. Bild »Die Sache mit der Boot-Priorität«). So kann die Platte immer noch im Hardware-Amiga gebootet werden, falls Sie unter AMIthlon nicht erkannt wird.
Nun können Sie ihren Amiga ausschalten und die Platte in den PC einbauen. Wenn Sie AMIthlon von der CD starten, sollten jetzt ihre gewohnten Amiga-Partitionen auf der Workbench auftauchen. Jetzt können Sie die AmigaOS-XL-Software installieren. Die einfachste und sicherste Variante für diesen Schritt ist die Installation des AmigaOS 3.9 von der AmigaOS-XL-CD auf eine leere Partition!

System ersetzen
Sie können auch versuchen, AmigaOS 3.9 über eine bestehende Boot-Partition zu installieren. Dabei wird ihre »Startup-Sequence« überschrieben, machen Sie also vorher eine Kopie. Vorhandene Treiber zu Hardware aus ihrem Amiga werden jedoch nicht deaktiviert. Wenn Sie z.B. CyberGraphX installiert hatten, dann sollten Sie dieses vorher löschen. Gleiches gilt für Treiber für Schnittstellen-Karten wie z.B. die IOBlix-Software, die unter AMIthlon Probleme macht. Folgende Maßnahmen können helfen:

Partitionierungsprogramme
cfdisk: Partitionierungsprogramm für Linux. »cfdisk« kann alle Partitionstypen setzen, ist jedoch nicht in der Lage Partitionen mitsamt ihrer Daten verlustfrei zu verschieben oder in ihrer Größe zu ändern. Die Debian-Bootdiskette bzw. CD bietet einfachen Zugang zu »cfdisk«.
Parted: Das GNU-Tool »Parted« bietet die Möglichkeit, FAT16/32 sowie ext2-Partitionen verlustfrei in ihrer Größe zu ändern oder zu verschieben. Leider kann »Parted« nicht ihm unbekannte Partitionstypen setzen, wie dies für das Einrichten der virtuellen Amiga-Festplatte nötig ist. Für Parted gibt es eine Linux-Bootdiskette:
Partition Magic: Dieses bekannte und mächtige Partitionierungsprogramm von Power Quest erlaubt das einfache verlustfreie Verschieben und Größenänderungen mit Hilfe einer grafischen Benutzeroberfläche. Auch von Partition Magic lassen sich Boot-Disketten erstellen.

Sie können Software, die ohne einen PPC nicht läuft, weder unter AMIthlon noch unter AmigaXL benutzen. In vielen Fällen können Sie auf die m68k-Version ausweichen, die in der Regel schneller laufen wird, als die PPC-Version auf dem bisher schnellsten PowerPC-Amiga mit einem PPC 604/233MHz-Prozessor.
Es ist wünschenswert, wenn Hersteller von Software, die nur auf PPC läuft, diese noch einmal für m68k durchkompilieren bzw. portieren, denn nun gibt es m68k-CPUs mit ungeahnter Geschwindigkeit und seien diese auch virtuell. PPC-Routinen wie auch x86-Routinen unter AMIthlon/
AmigaXL sollten wenn möglich immer optional sein. So kann sichergestellt werden, dass Software unabhängig von der verwendeten Hardware auf einer maximalen Anzahl von Amiga-Systemen läuft.
Nun können Sie die Installation von AmigaOS 3.9 starten. Sie ersetzt das bestehende System und mit etwas Glück können Sie vom installierten System direkt booten. Wenn Sie möchten, können Sie auch versuchen, die AmigaOS-XL-Software manuell zu installieren. Entpacken Sie dazu das Archiv OS-Version3.9/OS3.9-Install.lha von der AmigaOS- XL-CD mit einem Doppelklick, um »UnArc« zu starten. Entpacken Sie die Daten in ein beliebiges Verzeichnis und installieren Sie alle Programme, die Sie in den Schubladen »AmigaOSXL« (für AmigaXL und AMIthlon), »AMIthlon« und »AmigaXL« finden.


Die nagelneue Platte
Eine leere Festplatte können Sie sofort an den PC anschließen. Starten Sie AMIthlon von der CD, öffnen Sie die »HDToolBox«, wählen Sie »amithlon.device« und dann die gewünschte Festplatte! Bitte überprüfen Sie doppelt, ob Sie die richtige Festplatte gewählt haben. Die Warnung, dass die Festplatte noch nicht unter Amiga initialisiert sei, kommt nämlich nicht nur bei leeren, sondern auch bei PC-formatierten Festplatten! Wenn Sie eine PC-formatierte Festplatte mit der HDToolBox initialisieren, wird zumindest der Anfangsbereich der Platte überschrieben. Der PC kann dann nicht mehr von der Platte booten. Eventuell ist auch ein Teil der ersten Partition zerstört! Achten Sie auf die Herstellerangaben: Unterschiedliche Herstellernamen oder Festplattengrößen erleichtern die Auswahl der Festplatte. Die Master-Festplatte taucht in der Liste der HDToolbox vor einer Slave-Festplatte auf und Platten am primären IDE-Controller vor Platten am sekundären Controller.
Klicken Sie nun auf »Festplatte installieren«. Überprüfen Sie nochmals, ob Sie die richtige Platte gewählt haben. Wenn ja, dann klicken Sie auf »Installieren«. Anschließend können Sie wie gewohnt mit »Festplatte partitionieren« die Harddisk einrichten und AmigaOS 3.9 von der CD auf die leere neue Partition installieren.
Um ihr installiertes AmigaOS 3.9 zu starten, ändern Sie die Priorität ihrer Boot-Partition auf einen Wert größer »-2«. Sie können auch testweise die resetfeste RAM-Disk auf nicht bootbar stellen, nach einem Neustart des PCs von der AmigaOS-XL-CD ist diese Änderung dann wieder vergessen. Starten Sie die HDToolBox, wählen Sie als Gerätetreiber das »amithlon.device« und klicken Sie auf ihre Festplatte oder »AmithlonDiskImage«, um die Boot-Reihenfolge zu ändern. Dann noch der gewohnte Affengriff, auf einer PC-Tastatur »Strg-Windows-Windows«, und AMIthlon sollte nun das installierte System booten. Klappt das nicht, überprüfen Sie nochmal die Boot-Reihenfolge, und gehen Sie wirklich den einfachsten Weg: AmigaOS 3.9 von der AmigaOS-XL-CD auf einer leeren Amiga-Partition!
Wenn Sie ihr bestehendes Amiga-Boot-System aktualisiert haben, können Sie nun schrittweise ihre bestehende Software mit AMIthlon testen. Viele Ihrer alten »WBStartup«-Programme sollten ebenso laufen wie das meiste aus Ihrer »User-Startup«. Die »WBStartup«-Programme können Sie einfach von der Workbench testweise starten, bevor Sie sie in die »WBStartup«-Schublade zurücklegen. Machen Sie immer nur eine Änderung auf einmal, so dass Sie merken, woran es liegt, wenn AMIthlon plötzlich nicht mehr durchstartet. Sie können jederzeit beim Neustart der Amiga-Seite durch »Strg-Windows-Windows« beide Maustasten gedrückt halten, um im Boot-Menü wieder von der resetfesten RAM-Disk zu booten.
Überprüfen Sie zu guter Letzt noch, ob im »Libs«-Verzeichnis Ihrer Boot-Partition die Datei »vmcresource.library« vorhanden ist. Diese Datei wird von den seriellen »powercom.
device« und parallelen Treiber »powerpar.device« für den AMIthlon-Betrieb benötigt. Sie wurde aber auf den ersten AmigaOS-XL-CD mit AmigaOS 3.9 nicht mitinstallieren. Falls Sie bei Ihnen fehlt, können Sie sie der »Libs«-Schublade der resetfesten RAM-Disk »Amithlon_hd« in die »Libs«-Schublade Ihrer Boot-Partition kopieren.
Zur Sound-Ausgabe wählen Sie im »AHI-Voreinsteller« »SB 128 Stereo ++», wenn Sie eine Soundblaster AudioPCI 128 installiert haben, oder »VIA AC97 Sterio ++« für AC 97 auf dem Motherboard, jeweils mit 44100 KHz. Weitere Soundkarten-Treiber sind gerade in Entwicklung. Auch soll der AC97-Treiber in Zukunft mehr unterschiedliche Codecs, auch die auf neueren Motherboards, unterstützen.

QNX installieren

Auch QNX können Sie einfach installieren. Entweder Sie installieren QNX auf eine eigene Partition oder in das Dateisystem eines bestehenden Windows-Systems. Wenn Sie QNX auf eine eigene Partition installieren wollen, brauchen Sie etwas unpartitionierten, freien Festplattenspeicher. Die einfachste Möglichkeit diesen zu erhalten, ist auch hier wieder das Anschließen einer leeren Festplatte. Wie Sie für eine QNX-Partition auf Ihrer bestehenden PC-Festplatte Platz schaffen können, lesen Sie bei den fortgeschritteneren Installations-Möglichkeiten.
Die QNX-Installationroutine für die Installation auf eine eigene Partition wird direkt von der CD gestartet. Dazu muss das BIOS des PCs entsprechend eingestellt sein. Lesen Sie dazu die Anleitung zu ihrem PC oder dessen Motherboard. Meist findet sich diese Einstellung unter »BIOS Features Setup« oder »Advanced Features Setup«. Suchen Sie dort nach »Boot-Sequence« oder Ähnlichem. Wählen Sie in diesem Bildschirm eine Boot-Reihenfolge, bei der das CD-ROM-Laufwerk vom System vor der Festplatte berücksichtigt wird. Kurz nach dem Start des Boot-Vorgangs von der CD erscheint die Meldung »Press ESC for altboot«.
Dies sollten Sie nur tun, wenn ihr IDE-Controller auf dem Motherboard mit DMA-Zugriffen ­ direkter Zugriff des Controllers auf den Speicher des Computers ­ Schwierigkeiten macht. QNX spricht dann die Festplatten über altbekanntes Polling (die CPU holt die Daten ab) an. Moderne PCs sollten von diesem Effekt nicht betroffen sein.
Kurz darauf kommt die Aufforderung »Press space bar to input boot options«. Auch dies ist meist nicht erforderlich. Wenn Sie Hardware im PC haben, die QNX nicht richtig erkennt, kann es jedoch notwendig sein, mit den Boot-Optionen ein wenig herumzuspielen. Schalten Sie in dem Menü, das sie erhalten, wenn Sie in diesem Augenblick die Leertaste drücken, erst mal alles aus, und schauen Sie, ob es dann klappt. Probieren Sie dann gezielt, wo die Probleme liegen. Wenn Sie zu diesen Boot-Optionen weitere Erklärungen wünschen, schreiben Sie der Redaktion.
Nun bietet die Installationsroutine unter »Please select a boot option« zwei Wahlmöglichkeiten: Die Taste F2 startet QNX direkt von der CD, die Taste F3 die Installation in einen unpartitionierten Festplattenbereich. Für einen ersten Test kann es nicht schaden, QNX einfach mal mit F2 von der CD zu starten.

Ohne PPC:
Ein PPC wird zur Zeit weder von AMIthlon noch von AmigaXL nachgebildet.

Wenn Sie QNX installieren möchten, drücken Sie F3. Drücken Sie dann bei »This installation will create an partition on your harddisk« F1, um fortzufahren. Lesen Sie die Lizenzbestimmungen durch, und akzeptieren Sie diese mit F1.
Nun sollten Sie, sofern etwas Platz auf ihrer Festplatte frei ist, angeboten bekommen, diesen oder einen Teil davon für die QNX Installation zu verwenden. Andernfalls können Sie eine bestehende Partition löschen, um Platz zu schaffen. Bei Festplatten größer 8.4 GByte kommt noch die Nachfrage, ob sie erlauben möchten, dass QNX einen Bereich jenseits der 8.4 GByte nutzt. Dies können Sie auf einem modernen PC mit modernen BIOS mit LBA-Unterstützung bejahen.
Auf einem Celeron-300-Testrechner hatte die Installationsroutine von QNX Probleme, einen freien Bereich im erweiterten Bereich der Festplatte zu erkennen. Es gab beim »MSDOS«-Partitionierungsschema zunächst einmal bis zu vier primäre Partitionen. Weil dies oftmals nicht ausreichte, schuf man später die Möglichkeit, eine der primären Partition als erweiterte Partition anzulegen, in der mehrere logische Partitionen erzeugt werden. Auch die Möglichkeiten des »fdisk«-Partitionierungsprogramms unter QNX deuten an, dass sich QNX nur in eine der vier möglichen primären Partitionen installieren lässt. In diesem Fall bleibt Ihnen wohl nicht anders übrig, als die Festplatte umzupartitionieren oder QNX unter Windows zu installieren.
QNX fragt Sie dann noch, ob Sie einen Bootmanager installieren möchten. Mit F1 installieren Sie den QNX-Bootloader. Dieser ist in der Lage, neben QNX auch Windows zu laden. Linux und damit auch der einen modifizierten Linux-Kernel einsetzende AMIthlon lassen sich mit diesem Bootloader nicht direkt laden. Mit F2 installieren Sie einen QNX-Bootloader bis zu 8.4GB. Das ist nur auf alten Rechnern ohne LBA-Unterstützung für große Festplatten notwendig. Mit F3 weisen sie die Installationsroutine an, den Boot-Block nicht zu verändern. Sie können so Ihren bestehenden Bootloader nutzen, um auch QNX zu laden. Wie das geht beschreiben wir in einer der nächsten Ausgaben. Wählen Sie hier als einfachste Möglichkeit F1, wenn das nicht klappen sollte, dann F2.
Nachdem alle Fragen beantwortet sind, wird die Partition eingerichtet und QNX installiert. Dies geht in der Regel sehr flott und schon startet der Countdown zum Reboot des Rechners. Nach einem Neustart fragt Sie der QNX-Bootloader, von welche Festplatte und Partition Sie booten möchten. Wenn Sie nichts unternehmen, wird nach einigen Sekunden QNX gebootet. Mit F1 bis F4 wählen Sie die Festplatte aus ­ mit den Tasten 1 bis 9 die Partition.

Unter Windows
Sie haben keinen freien Festplatten-Platz, möchten nicht umpartitionieren und keine weitere Festplatte anschließen, haben jedoch Windows auf einer Partition auf der noch genügend Platz frei ist? Dann ist die Windows-Installation von QNX der einfachste Weg für Sie.
Diese Option funktioniert aber nur bei Windows 95 bzw. 98, und Sie benötigen mindestens 600 MByte freien Festplattenspeicher. ME, 2000 und XP verlangen definitiv eine eigene Partition! Starten Sie dazu Ihr Windows-System, und legen Sie dann die QNX-CD ein. Führen Sie die Setup-Routine. Rebooten Sie das System, und wählen Sie beim Hochfahren aus dem Menü die Option für QNX. Wenn QNX läuft, installieren Sie mit dem Package-Installer das AmigaXL-Package. In der AmigaXL-Anleitung auf der AmigaOS-XL-CD finden Sie dazu weitere Informationen.»AmigaXL« steht dann im Startmenü unter »Utilities«. Auch von einem QNX-Terminal lässt sich AmigaXL starten: /usr/amiga/AmigaXL. Um AHI-Sound unter AmigaXL genießen zu können, installieren Sie noch »AHI V5« von der AmigaOS-XL-CD. Sie finden es in »Contribution/ AmigaOS 3.9/AHI5«. Danach wählen Sie im »AHI«-Voreinsteller »AXL-Audio« mit 44.100 KHz für die Musik-Einheit und alle anderen Einheiten (Units). Mit »AMPlifier« können Sie dann wunderbar MP3-Dateien abspielen. Und in »Tools/Commodities« finden Sie einen kleinen Audio-Mixer für die Aussteuerung von CD und Computer-Musik.

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Zuletzt aktualisiert am 10. 2. 2002.