AMIGA-Magazin · Ausgabe 2/99 · Netzwerke: Samba in Miami

Aktuelles Heft 2/99

Samba in Miami

Die Nutzung von Samba stellt nach wie vor viele User vor große Probleme. Unser Artikel zeigt die Nutzung der Netzwerksoftware in Verbindung mit dem TCP/IP-Stack Miami. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie man einen Amiga in die Netzwerkumgebung von Windows einbindet.

von Holger Kruse und Jörn-Erik Burkert

Der Einsatz von Samba setzt eine funktionierende Netzwerk-Verbindung zwischen Amiga und PC per TCP/IP voraus. Bitte lesen Sie dazu in Ihrem Miami-Handbuch und in der Dokumentation zu Windows zu diesem Thema. Als nächstes benötigen Sie das Samba-Archiv samba-1.9.16p9.lha aus dem Aminet (Verzeichnis comm/net) bzw. von der Heft-CD. Außerdem müssen ixemul.library (Version 45 oder höher) und ixnet.library (Version 45 oder höher) installiert sein. Installieren Sie die beiden letztgenannten Pakete. Zur reibungslosen Nutzung von Samba benötigen Sie das ixpipe.device, das Sie im Geek-Gadgets-Project-Paket (Fred Fish/Cronus) finden. Lesen Sie sich die Anleitungen zu ixemul.library, ixnet.library und ixpipe.device geanu durch, denn die richtige Installation ist Grundlage für den Einsatz von Samba.

Installationsvorbereitungen

Internetadressen
Samba-Pagehttp://samba.org.au
Amiga-Samba-Pagehttp://www.gbar.dtu.dk/
 ~c948374/Amiga/Samba/
Geek Gadgetshttp://www.ninemoons.com
Ossowskis Schatztruhehttp://www.schatztruhe.de
Samba verlangt nach dem Verzeichnis AmiTCP: Legen Sie einen entsprechenden Assign an und lassen Sie diesen am besten auf das Miami-Verzeichnis zeigen:

ASSIGN AmiTCP: Miami:

Wenn Sie AmiTCP parallel zu Miami installiert haben, benötigen Sie diesen Assign nicht. Alle weiteren Installationsschritte sollten Sie aber dann direkt im AmiTCP-Verzeichnis ausführen. Es empfiehlt sich, die Assign-Anweisung auch in User-Startup einzutragen.

Legen Sie nun folgende Verzeichnisse an:

AmiTCP:Samba
AmiTCP:Samba/lib
AmiTCP:Samba/bin
AmiTCP:Samba/log
AmiTCP:Samba/var
AmiTCP:Samba/var/locks

Entpacken Sie nun das Samba-Archiv und kopieren Sie alle Dateien aus dem bin-Verzeichnis nach AmiTCP:Samba/bin/ und die Datei smb.conf aus dem lib-Directory nach AmiTCP:Samba/ lib.

Die Samba-Konfiguration

Samba-Client: Per Shell kann man vom Amiga auf den PC zugreifen - der Befehl help zeigt alle verfügbaren Kommandos
Öffnen Sie nun die Konfigurationsdatei smb.conf in AmiTCP:Samba/lib und nehmen Sie folgende Änderungen vor:

  1. Kommentieren Sie die Zeile mit »preferred master« aus, wenn Sie einen WindowsNT- oder Linux-Rechner in Ihrem Netzwerk haben.

  2. Machen Sie nun den Eintrag für »guest account« ungültig.

  3. Setzen Sie nun den String für »workgroup« auf den Wert, den Sie in Ihrem Windows-Netzwerk eingetragen haben (z.B. workgroup = Arbeitsgruppe).

  4. Geben Sie Ihrem Amiga mit server string = einen Namen, mit dem er später im Netz erscheint.

  5. Kommentieren Sie den Eintrag für »message command« aus - dieser ist für das Versenden von Nachrichten per WinPopUp notwendig. Da Sie sicher nicht mit sich selbst chatten wollen, ist die Eintragung überflüssig.

  6. Wenn Sie einen WindowsNT- oder Linux-Rechner im Netz haben, der als WINS-Server konfiguriert ist, müssen Sie nun den Eintrag für »wins server« auf die entsprechende IP ändern (z.B. wins server = 172.32.20.4).

  7. Zum Abschluß müssen Sie noch das Laufwerk bzw. Verzeichnis konfigurieren, das man später im Netzwerk sehen soll. Dazu benötigen Sie nur die Eintragung [All] - die anderen Laufwerke können Sie auskommentieren bzw. löschen. Eine Beispielkonfiguration für das Laufwerk [All] finden Sie in »Samba-Laufwerk freigeben«.

Änderungen im Miami-Setup

Netzlaufwerke: Netz-Laufwerke im Übrblick und die freigegeben Ressourcen des Amiga mit dem Namen »Frodo«
Im nächsten Schritt bereiten wir Miami für den Einsatz der Samba-Software vor. Starten Sie dazu Miami und gehen Sie in den Menüpunkt Database. Hier wählen Sie im Menü Users an und ergänzen die Benutzer root:

UserName:  root
Password:  (nichts)
User id:   0
Group id:  0
Real name: administrator
Home Dir:  «Laufwerk Ihrer Wahl»

Dann wechseln Sie in das Groups-Menü in Database und fügen folgende Gruppen hinzu:

admin (Gruppennumer 100 und alle Usernamen nicht vergessen)
wheel (Gruppennummer 0 und als User root)

In Services müssen Sie nun noch einige Eintragungen vornehmen:

netbios-ns  (Nummer 137 und Protokoll udp)
netbios-dgm (Nummer 138 und Protokoll udp)
netbios-ssn (Nummer 139 und Protokoll tcp)

In InetD wird anschliessend der Samba-Server eingetragen:

Service:  netbios-ssn
Socket:   stream
Protocol: tcp
Wait:     nowait
User:     root
Server:   AmiTCP:Samba/ binsmbd
Name:     smbd

Nach dem Start von Miami müssen Sie Samba aktivieren - folgender Befehl in der Shell übernimmt diese Aufgabe:

RUN <nil: >nil: AmiTCP:Samba/bin/nmbd <nil: >nil: nmbd -D -n <servername>

Die Variable <servername> muß die gleiche sein, die Sie in smb.conf definiert haben. Damit Sie diese Prozedur nicht immer per Hand ausführen müssen, können Sie die Befehlsanweisung in einen Shell-Script sichern und bei Start von Miami in Events automatsich ausführen lassen.

Nun können wir die Funktionsfähigkeit des Samba-Servers auf dem Amiga testen. Öffnen Sie dazu eine Shell. Wechseln Sie nun nach Samba:bin und geben Sie folgendes Kommando ein:

smbclient -L <servername>

Als Servername nehmen Sie die Bezeichnung Ihres Amigas - den Namen vergeben Sie im Miami-Setup Database/hosts. Der Client zeigt nun die Verfügbarkeit des Servers und seine freigegebenen Verzeichnisse bzw. Laufwerke an. Außerdem werden alle bekannten anderen Maschinen im Netz aufgelistet. Probieren Sie einfach einmal die Anweisung für Ihren PC.

Einstellungen unter Windows

Netzwerkumgebung: Die Eintragung für die Identifikation des PC im Samba-Netzwerk
Bevor Sie nun unter Windows nach Ihrem Amiga im Netz suchen, sollten Sie noch überprüfen, ob hier alle Einstellungen korrekt sind. Die nun beschriebene Prozedur bezieht sich auf Windows95 - bei Windows98 bzw. NT funktioniert die Einbindung analog.

Öffnen Sie das Menü für die Netzwerkeinstellungen. Dazu können Sie die Systemeinstellungen nutzen und dort auf das Symbol für Netzwerk klicken. Der zweite Weg: Sie klicken mit dem rechten Maus-Button auf das Icon für Netzwerkumgebung und wählen im Kontex-Menü den Punkt Einstellungen.

Hier müssen Sie Client für Microsoft-Netzwerke finden - wenn der Eintrag fehlt, klicken Sie auf das Feld Hinzufügen und ergänzen Sie diesen Punkt. In Konfigurieen können Sie Ihrem PC einen Namen und die Arbeitsgruppe zuweisen.

Nach einem Restart von Windows wird in Netzwerk-Umgebung der Amiga als Server angezeigt. Wenn Sie auf das Symbol klicken, müßten auf dem Windows-Desktop alle (in smb.conf) freigegebenen Laufwerke erscheinen.

Samba auf dem Amiga

Samba-Laufwerk freigeben
Eine einfach Konfiguration des Laufwerks [All] sieht folgendermaßen aus:

[All]
comment     = Daten auf dem Amiga
path        = /drive/path/
valid users = <Liste mit Usernamen>
public      = yes
writable    = yes
browsable   = yes
write list  = <Liste mit Usernamen>

Die Variable comment beschreibt das freigegebene Laufwerk im Microsoft-Netzwerk. path bestimmt die Festplatte und das Verzeichnis, auf das man von Windows aus zugreifen kann.Die Schrägstriche (Slashes) trennen dabei Laufwerk und Directories - wenn Sie z.B. das Verzeichnis work:Daten/Samba/ freigeben wollen, dann lautet der Eintrag work/Daten/Samba/.

Die Variablen public, writable und browsable stellen den vollen Zugriff auf das Verzeihnis sicher. Mit den Listen für valid users und write list definieren Sie alle User, die auf das Laufwerk zugreifen dürfen.

Achtung: Als Usernamen müssen Sie genau die Bezeichnungen verwenden, unter denen Sie sich in Windows anmelden. Die Einstellung finden Sie in den Settings der Netzwerkumgebung (erreichen Sie per Systemsteuerung bzw. wenn Sie mit dem rechten Maus-Button auf das Netzwerkumgebung-Icon klicken). Dort wechseln Sie per Mausklick zu Identifikation und können den Benutzer ablesen (s. »Netzwerkumgebung«).

Natürlich funktioniert auch der Zugriff per Samba vom Amiga. Ein Weg ist die Nutzung des Samba-Client - öffnen Sie eine Shell, wechseln Sie in das Verzeichnis AmiTCP:Samba/bin und probieren Sie folgendes Kommando:

smbclient \\<pc-name> \<freigegebenes Verzeichnis

pc-name steht für den Namen, den Ihr PC trägt. Diesen müssen Sie dazu in Database/hosts von Miami eintragen, denn der Samba-Client hat mit IP-Nummern nichts am Hut.

Der Samba-Client auf dem Amiga verbindet Sie nun mit dem angegebenen Rechner bzw. Verzeichnis und fragt nach einem Paßwort. Diese legen Sie bei der Drucker- und Datei-Freigabe in Windows fest. Tippen Sie das Paßwort ein - dann gelangen Sie in das Samba-Prompt. Jetzt können Sie die verfügbaren Befehle zum Dateitransfer und Drucken nutzen. Die Eingabe von help zeigt Ihnen alle verfügbaren Kommandos an (s. »Samba-Client«).

Die vorgestellte Möglichkeit des Zugriffs vom Amiga auf einen anderen Rechner wird sicher viele User nicht zufriedenstellen. Das Tippen in der Shell ist nicht gerade komfortabel - schöner wäre natürlich, ein Laufwerk im System zu haben, das für die freigegebenen Ressourcen des anderen Rechners steht. Es existiert dazu ein Samba-Handler, mit dem sich ein Samba-Rechner mit freigegebenen Laufwerk mounten läßt (s. »Internetadressen«). Der SMB-Handler richtet ein Laufwerk ein und zeigt ein Icon auf der Workbench. Dazu wird der Händler nach L: kopiert und die Mountdatei in devs: angepaßt.

Sie können jedoch auch ein PC-Lauwerk per NFS mounten - lesen Sie dazu den Artikel »Damenwahl«. Voraussetzung - Sie haben AmiTCP mit den NFS-Tools korrekt parallel zu Miami installiert.

lb

Literatur:
Damenwahl, John Crookshank und Volker Riehl, AMIGA Magazin 3/98, S. 27


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Zuletzt aktualisiert am 27. Dezember 1998.