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The Next Generation
Freitag, der 13. November war für den Amiga eine
Glückstag. Auf der Computer`98- Pressekonferenz
wurde durch die Entwicklungsabteilung von Amiga
Inc. endlich der neue Partner für AmigaOS 5.0
bekanntge- geben. Hier die ersten Informationen
zur neuen Kooperation.
von Jörn-Erik Burkert
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| Protection: Durch seinen speziellen Aufbau bietet
der QNX-Microkernel volle Sicherheit aller
OS-Komponenten
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Mit Spannung erwarteten
die Amiga-User im Presseclub auf dem Kölner
Messegelände die Präsentation der
Entwicklungsabteilung von Amiga Inc. Nach Reden
von Petro Tyschtschenko, Jeff Schindler und Bill
McEwen, betrat Dr. Alan Havemose das Podium und
erläuterte den Zuhörern die Pläne für den neuen
Amiga und OS 5.0. In diesem Zusammenhang stellte
er den neuen Partner für das Betriebssystem vor
QNX (spricht: »kju-nix«). Jeff Schindler, Chef
der Entwicklungsabteilung von Amiga Inc., über
den neuen Partner für die neue Amiga-Architektur:
»Der Amiga hat der Computerindustrie in den 80er
Jahren mit Weltklasse-Technik auf dem Gebiet
Multimedia einen Schock versetzt.
Das Real-Time-OS (RTOS) von QNX vereint viele der
einzigartigen Qualitäten des Amiga in sich. Es
bietet die Basis, um unsere Vision der
Wiedergeburt des Amiga im nächsten Jahrtausend
erfüllen zu können.« Es folgte eine Demonstration
des Systems durch Dan Dodge, Chef der
Entwicklungsabteilung und Mitgründer von QNX
Software Systems Ltd. Dan Dogde zur neuen
Partnerschaft: »Wir sehen diese Partnerschaft als
starke Kombination aus überlegenen
Betriebssystem-Technologien, gemeinsamer
Firmenkultur und einer gemeinsamen Vision.«
Was oder wer ist QNX?
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| Message-Passing: Die
Neutrino-Architektur erlaubt das Einbinden und
Entkoppeln von OS-Modulen ohne eine Reboot
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Das Unternehmen QNX Software
Systems Ltd. beschäftigt sich seit Anfang der
80er Jahre mit der Entwicklung und Vermarkung von
Realtime-Betriebssystemen. Zu den Kunden der
kanadischen Firma gehöhren u.a. Kodak, Philips,
Visa und die NASA. Man hat sich darauf
spezialisiert, einen leistungsfähigen Kernel zu
entwickeln, der nur geringe Speicherressourcen
erfordert. Ein QNX-Demo bestätigt eindrucksvoll
diese Angaben. Auf einen 1,44-MByte-Diskette
findet man das komplette Betriebssystem, ein GUI,
Internet-Zugang, einen Webserver und Browser. Das
klingt auf den ersten Blick (in Zeiten, Windows
und Co. Speicher zum Abwinken fordern) irrsinning
ist aber wahr. Wer es nicht glaubt, findet auf
der Webpage von QNX das Demo zu Download. Zum
Probieren benötigt man aber einen
Intel-kompatiblen Rechner. Das heißt aber nicht,
daß QNX nur auf Intel-PCs und Kompatiblen läuft
die Kanadier haben eine ganze Reihe Portierungen
in petto und die aktuelle Version von
QNX/Neutrino läuft auf folgenden CPUs:
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| Photon micro: Parallelen zu Windows, Amiga Inc.
und die Firma QNX arbeiten aber an einer neuen
GUI für AmigaOS 5.0
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- PowerPC 401, 403GC, and 603e (IBM)
- PowerPC 821, 823, 860, and 603e (Motorola)
- R4000 und R5000 (MIPS)
- x86-CPUs von 386 bis Pentium II (Intel)
- ÉlanSC300/310/400/410 (AMD)
- Am386 DE/SE
- Cyrix MediaGX
- VR4300/4102/4111 (NEC)
Der Kernel von
QNX/Neutrino kommuniziert mit Hilfe von Treibern
(Filesystem, Netzwerk, Devices oder Grafik) mit
der Hardware. Programme, das grafische
User-Interface (bei der Vorführung in Köln
»Photon microGUI«) und alle Eingabe (z.B.
Keyboard oder Maus) greifen quasi »von der
anderen Seite« auf den Kern zu (s. »Protection«).
Der Kernel fungiert also als Schnittstelle. Auf
diese Art und Weise läßt sich das System modular
erweitern, aber auch Prozesse auf verschiedene
Rechner verteilen.
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Firmenportrait: QNX Software Systems Ltd.
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QNX Software Systems Ltd. wurde 1980 von Gordon Bell
and Dan Dodge gegründet. Hauptaugenmerk der
kanadischen Firma besteht darin, das »Real Time
OS QNX« zu entwickeln und zu vermarkten.
Stationen der Firmengeschichte:
- 1981 erstes Microkernel OS für PCs
- 1982 erstes PC-Betriebssystem mit Festplatten-Support (5 MByte Davong) 1983 erstes PC-Betriebssystem, das
im 80286-Protec- ted-Mode läuft
- 1984 ersmalige verteilte Prozesse auf PCs
- 1986 Realtime OS auf einem 80386-PC von Compaq
- 1990 Release des ersten POSIX-Realtime-Microkernel- OS
- 1992 erstes Realtime OS mit » built-in fault-tolerant«
Netzwerkfähigkeiten (FLEET)
- 1994 Vorstellung der ersten Oberfläche für »embed- dable« Systeme
(Photon microGUI)
- 1996 Präsentation von
QNX/Neutrino, dem ersten POSIX basierenden
»Realtime Microkernel for deeply embedded
Systems«
- 1997 Release von »Voyager«, einem
Webbrowser für Embedded Systems
QNX hat über 40
Vertretungen, die die Produkte der Firma in mehr
als 100 Ländern rund um den Erdball anbieten. QNX
hat seine europäische Hauptzentrale in der Nähe
von London und seit September arbeitet man bei
der QNX Software Systems GmbH am Aufbau einer
deutschen Zentrale.
Als Vorteile des QNX-OS sieht man:
- mehr Funktionialität bei geringem
Speicherbedarf
- Skalierbarkeit des Systems
- hohe Performance (Entwickler arbeiten teilweise
nur mit Pentium100!)
- Kommunikation mit der
Umwelt per Netzwerk als Bestandteil des
Betriebssystems
- Einhaltung von Standards und
strikte POSIX-Konformität
- Support der neuesten
Hardware-Entwicklungen bei PCs
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Das neue AmigaOS
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| Offen: QNX läßt sich leicht durch Software-Module
skalieren und auf verschiedene CPUs portieren
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Mit QNX hat Amiga Inc. einen
erfahrenen Partner und einen sicher erprobten
Kernel für AmigaOS 5.0. Beide Firmen wollen nun
eine gemeinsame Strategie erarbeiten und um den
Kernel das neue Betriebsystem für die nächste
Amiga-Generation stricken. Das auf der
Pressekonferenz in Köln gezeigte Demo von
QNX/Neutrino ist keineswegs das komplette neue
Amiga-Betriebssystem. Unkenrufe wie »Das sieht ja
aus wie Windows 98 das wird kein richtiger
Amiga!« sind vollkommen fehl am Platz.
Durch die
modulare Struktur ist es praktisch möglich, ein
GUI nach eigener Wahl an den Kernel anzubinden.
Eine Lösung für X-Windows-GUI existiert bereits
(s. QNX-Website). Ein Indiz, daß der
Amiga-Entwicklungsabteilung noch viel Arbeit
bevor- steht, sind die Pläne der Einbindung von
Multimedia, schneller 3D-Grafik, Animationen und
Spiele. Die Anbindung ans Internet oder ein
lokales Netzwerk dürfte sich als weniger
problematisch erweisen, da die QNX für diesen
Fall schon eine Lösung parat hat.
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AmigaOS: Eigenschaften der nächsten Generation
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Betriebssystem
- Realtime-Betriebssystem (RTOS)
- skalierbar und modularer Aufbau
- premtives Multitasking mit Speicherschutz, Prozessen und
Threads
- minimale Speicheranforderungen (weniger
als 4 MByte)
- volle 32-Bit-Unterstützung
- Unterstützung von virtuellem Speicher
- ROM-fähig
- Multiprozessor-Support
- verteilte Prozesse möglich
- OS-Aufbau offen für Standards
Unterstützung für Industrie-Standards bei der API
Multimedia
- leistungsfähige 3D-Grafik mit
OpenGL-Unterstützung
- 24-Bit-Farbe
- Unterstützung für TV-Normen, SVGA-Auflösungen bis
hin zu HDTV
- Focus auf Multimedia-Spiele
- Echzeit-Animationen
Internet/Netzwerk
- voll netzwerkfähig
- schnelle Internet-Anbindung
- Java-Unterstützung
- Netzwerk für den Homeuser
Konvergenze
- Unterstützung neuer digitaler
Schnittstellen
- Entwicklung Amiga-spezifischer
Standards für fehlende Funktionen und Lösungen
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Entwicklungen
für QNX sollte man laut Amiga Inc. nicht
vornehmen, da Amiga und QNX nur den
Betriebssystem-Kern für die nächste
Amiga-Generation nutzen werden.
Es wird (wie schon gesagt) ein erweitertes User-Interface für
die neue Maschine entwickelt. Weiterhin geplant:
die Erweiterung der Multimedia-Eigenschaften des
Systems. Bestehende Entwicklungen für
AmigaClassic sollen sich relativ einfach
portieren lassen. Das Schema bei der Entwicklung
von Applikationen hat beim neuen Amiga viele
Parallelen zur Classic-Reihe man muß sich nur
an die Vorgaben der neuen Amiga-API halten. Laut
Amiga Inc. wird die Hardware komplett über
Treiber angesprochen Hacks und direkte
Programmierung von Komponenten ist nicht möglich.
Außerdem ist eine »Amiga Classic Card« auf
PCI-Basis geplant, die die Nutzung von
68K-Software erlaubt man muß also auf keine
liebgewonnenen Applikationen verzichten.
Die neue Hardware
Auf der Pressekonferenz
herrschte aber Funkstille in Richtung neuer
Prozessor und Hardwareumgebung. Zwar wird im
Internet schon heftig über die neue CPU
spekuliert, aber laut Marketingchef Bill McEwen
ist hier noch keine endgültige Entscheidung
getroffen. Die Struktur von QNX/Neutrino erlaubt
es, das System zu portieren. Man ist an keinen
Hersteller fest gebunden und wird die Wahl in den
nächsten Monaten treffen. Letztlich ist es egal,
welcher Prozessor im neuen Amiga arbeitet. Das
System muß nur schnell sein und dem Käufer Freude
bringen. Portierbarkeit muß aber nicht unbedingt
heißen, daß das neue Betriebssystem auch auf den
Maschine der Amiga-Classic-Reihe oder auf
Amiga-PowerPC läuft. Der Aufwand wäre sicher
erheblich und finaniziell ein Handicap.
Informationen:
Amiga Inc., 600 N. Derby Lane,
P.O. Box 1842, N. Sioux City, SD 57049 USA, Tel.
(++1 6 05) 23 AMIGA, (++1 6 05) 2 32 64 42, Fax
(++1 6 05) 2 35 10 02, WWW: http://www.amiga.com
QNX Software Systems Ltd., 175 Terence Matthews
Crescent, Kanata, Ontario, Kanada, K2M 1W8,
Tel. (++1 8 00) 6 76 05 66, Fax (++1 6 13) 91 35
79, WWW: http://www.qnx.com
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Zuletzt aktualisiert am 06. Dezember 1998.